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schönsten hat der Turincr Hof gegeben. IhrErfinder war ein Graf Aglio. Von deut-schen find mir nur zwei), von David Schir-men! verfertigte, und zu Dresden, inden I. >S;-> und >655 von dem Hofe auf-geführte bekannt. Las erste heißt einBallet vom Paris, und der Helena; daszweptc das Ballet der Glückseligkeit. Ca-husae sagt von ihnen überhaupt: sie hat-ten zwar viel Bewegung, aber keine Hand-lung; der Tanz mahlte einige Personender Fabel und Geschichte; allein das Ge-mclhlöc glich dem gewöhnlichen Gcmllhldc,welches nur einen Augenblick darstellenkann.— Der zusammengesetzte Tanz, der-jenige der die Leidenschaften ausdrückt,konnte nur im Vvrbepgehn darin Platzfinden." — —
Gegen das Ende des siebzehnten, undden Ansang des achtzehnten Jahrhunder-tes, hörte das Ballet, in so fern esbloßer Tanz ffst, oder das, was man sonannte, in Frankreich auf, etwas für sichaNein bestehendes dieser Art zu sepn. Eswurde mit dem eigentlichen musikalischenDrama oder mit Gesang verbunden; derTan; wurde den Worten ganz unterge-ordnet, und sollte die Handlung gleichsamnur in Gesang bringen, sie beleben, sievollständiger machen. So entstand dieje-nige Dichtart, welche bei) den Franzosennoch jetzt ZÄnller heißt. Quinault warder Erfinder dieser Anwendung des Tan-zes; und das Fest des Bachus und derLiebe, im 1.1671, das erste Werk von die-ser Gattung. Er nannte es indessennoch nicht Ballet, sondern Pastorale, ver-fertigte aber, in der Folge, zwei, Stückeunter jenem Titel, den Triumph der Lie-be, und den Tempel des Friedens. Alleinin allen führt weder der Tanz eigentlichdie Handlung, noch die Handlung eigent-lich den Tanz herbe»; die auftretendenPersonen haben keinen eigenen Zweck; sieerscheinen nicht, um irgend eine Hand-lung für sich selbst auszuführen; sie sindWerkzeuge in der Hand des Dichters, umdie Zuschauer zu vergnügen, und Ludwigdem igten Schmeicheleoen zu sagen. Wirk-lich selbstthiltige Wesen führte erst La
Motte, im I. 1697, in das Ballet ein.
In seiner ss.cirope A^lanco, welche indieseni Jahre erschien, und wozu Eampradie Musik machte, entspringt Tanz undGesang aus der eigenen Gcmüthsstim-mung der handelnden Personen; sie wol-len durch jene entweder Liebe erwecken oderbezeugen u. d. m. Dieses Stück wurdein der Folge, im Ganzen, Muster des Bal-lettes, und der Charakter desselben da-durch dahin bestimmt, daß, so wie inder Oper, Tanz und Gesang und Ver-gnügungen sich aus den, Stoffe der Hand-lung entwickeln, so in dem Ballet, sichaus dem Tanze und Gesänge, eine Handlungentwickeln muß. Jene sind also die Grund-lage dieser. Aber die Handlung selbst hatdeswegen weder in den Stücken des LaMotte noch in den Stücken seiner Nachah-mer, nicht Einheit! die verschiedenenEntrecu machen kein, unter sich, und'durch sich selbst verbundenes Ganze, son-der» eben so viel kleine Handlungen aus,welche nur durch gleiche Zwecke, oder all-gemeine gleiche Beziehungen, die mit denverschiedenen cinzecen Handlungen nichtsgemein haben, mit einander verknüpftworden sind. Auch ist der Tanz, auf keineArt, charakteristisch darin; das heißt, erstellt keine besondre Handlung dar, nochunterscheiden sich, z. B. in der lZuropexolsnrc, die vier darin auftretenden Na-tionen durch die Eigenheiten desselben voneinander; man tanzt darin, um zu tan,zcn; und man muß ein Franzose sepn, umdem La Motte diese Erfindung so hoch an-zurechnen, wie es geschehen ist. Sieleitete, indessen, sehr bald zu ckhnlichcn.Schon im I. i6s? verfertigte Rcgnarddas Carncval von Venedig, welches Cam-pen in Musik setzte, und in welchem, aneinen doppelten Liebeshandcl, unter ge-wöhnlichen Menschenkindern, verschiedeneVergnügungen des Carnavals, und alsoauch Tclnze geknüpft sind, ohne daß siemit der Handlung selbst auf andre Art inVerbindung stehen, als in so fern diesesich zur Zeit des Carnavals zutrügt. Erhieß das Stück Lvmcstic-Ksllcr i und ob-gleich viel frühere Stücke der französischen
Bühne,