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den genauesten Zusammenhang ist.Dergleichen Gesang schikt sich zu sanf-ten und stillen Empfindungen. Hin-gegen würden solche, da der Affektoft und plötzlich abwechselt, sehrwoldurch einen Gesang können ausge-drukt werden, der den Ton oft undplötzlich ändert, und da die auf ein-ander folgenden Töne stark gegenein-ander abstechen.
Da überhaupt das Gehör in derMusik niemals beleidiget werden darf,so muß man diese Uebergangc in an-dre Töne, oder die Ausweichungenallemal so zu machen wissen, daßnichts gezwungenes, nichts abgeris-senes darin» sey: wiewol auch diesesin Fallen, da ein widriger Affekt eserfoderte, mit Vortheil könnte ge-braucht werden.
Nach diesen allgemeinen Anmer-kungen sind hier zwey Punkte aus-zumachen. >) Wie weicht man auseiner Tonart in eine andre ans?2) Was hat man in Ansehung derWahl der Tonart, in die man aus-weichen will, und der Zeit, in derman sich darinn aufhalten kann, zuüberlegen?
i) Jede Tonart hat, wie bekannt,die ihr eigene Tonleiter, wodurch siesich von allen andern unterscheidet.Man bleibt in einem Ton, so langeman keine andre Töne hören laßt,als die in der Tonleiter desselben lie-gen: so bald aber ein andrer Tongehört wird, so bekömmt das Ohreinen Wink, daß man die bisherigeTonart verlassen, und in eine andregehen wolle. Wenn man in t? durspielt, und laßt irgendwo b'is oder<ü>5 hören, so empfindet das Ohr,daß die bisherige Tonart soll verlas-sen werden; weil in der L dur eige-nen Tonleiter L> v, L, (Z,weder lAs noch Lis vorkömmt.
Dieser bloße Wink aber ist nochkein würklicher Ucbergang in einenandern Ton; doch kündiget er die
Ausweichung an. Diese Ankündi-gung muß nun so geschehen, daß derTon, dahin man gehen will, bezeich-net werde, oder daß das Ohr ihnerwarte. Folget auf diese Erwar-tung ein Accord, der der neuem Ton-art eigcnthümlich zugehört, so ist dieAusweichung vollendet, und man be-findet sich nun völlig in dem neuenTon, in welchen: man min fort mo-duliren kann.
Hier ist nun wieder die Frage, wieman den neuen Ton, dahin manausweichen will, ankündige? Dieseskann auf mehrerlei) Weise geschehen,und ist verschieden, nach Beschaffen-heit des Tones, darinn man ist. Derhalbe Ton unter dem Haupttone, denman das lublsmieonium molli nennt,hat eine große Kraft, die Erwartungdes nächsten halben Tones über sichzu erweken. Auf den Ton lAZ erwar-tet das Ohr (Z, auf Eis I) u. s. f.Daher haben die französischen Ton-lehrer diesen Ton blots fenlibls, sieden Ton bezeichnende Note, ge-nennt *).
Wenn also wahrender Modulationin einer Tonart ein Intervall umeinen halben Ton höher genommenwird, als es sich in der Tonleiter be-findet, so erwartet das Ohr, daß derGrundton des nächsten Accordes derTon scyn werde, der einen halbenTon über dem erhöhten Intervallliegt, wie in folgendem Veyspicl:
I
-
I- -
1
—S-tl
Man niodulirt in L dur; die großeTerz über den zwcytcn Ton O, ist derTonleiter L dur fremd, und erwektdie Erwartung einer Ausweichung,und zwar natürlicher Weise in denhalben Ton über den fremden Ton lAs.Folget nun in der nächsten Harmo-nie der Grundton Q mit seinem Ac-cord;
*) S. kcitton.