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Aus
Aus
Auge an sich loken, bis die Haupt-theike gefaßt sind: so ist sie in ihrerArt vollkommen.
Daß die Außenseite die Art undden Geschmak, auch die besondre Be-stimmung des ganzen Gebäudes an-zeigen muffe, ist schon erinnert wor-den. Die Ucbcrleguug dieses Punktsist den Baumeistern um so mehr zueinpfehlcn, als die Fehler, die mangegen diesen Grundsatz des gutenGcsschmaks begeht, gar nicht seltensind. Ueberhaupt aber ist zu wün-schen, daß man von den heutigenallzu sehr mit Zierrathcn überhäuf-ten Außenseiten wieder auf die Ein-falt der Griechen zurückkehre, diemehr auf das Große, auf das blosRegelmäßige und Ordentliche, alsauf den aus der Menge der Theilcentstehenden Rcichthum gesehen ha-ben. Man muß immer bedenken,dasi die Außenseiten mehr dienen,von weitem einen guten Begriff vomGanzen zu crwckcn» als den Zu-schauer davor stille stehen zu machen,um jede Säule oder jedes Fenster,oder wol gar noch kleinere Theile,'Stunden laug anzusehen.
So wie die innere Anordnung unsmißfallen würde, wenn sie wink-licht, und wenn zwischen den großenZimmern viel kleinere unregelmäßigeVerschlage wären, so muß auch ei-nem von gutem Geschmake geleite-ten Auge die Anordnung einer Aus-scnscite mißfallen, ans deren Flächeviel kleines und winklichtes zu se-hen ist *).
(*) Von der Einrichtung der Außen-seite der Gcbilude handeln, unter mch»rcrn, Camus de Mczicrcö, in dem Qe-nie 6c I ArcdircKurc. . . pzr. 1780.8.Deutsch in Goltfr. Huths Allg. Magaz.für die bürgert. Baukunst, Weimar >789.«. B. 1. Th. 1. S. 1-0. — Jean Franc.Blonde!, im itcn B. s. W. Oc I, vi-
*) S. Anordnung.
llrlbunon 6cz klüilcini 6c lllsiliincc,und zwar 6c Is Occui-Alinn 6ez d'scz-6cs von sehr »iclcrlcv Arten von Gebäu-den — und ebenderselbe in dem Lvur«6'^rcdirctt. B. z. vorzüglich Kap. 8.S. 421 u. f. wo er die Ausscnseiten cinze-lcr Gcbstude, besonders die Stirnwclndederselben, untersucht.
Ausweichung.
(Musik.)
Ausweichen heißt in der Musik ausdem Ton, worin» mau eine Zeitlangden Gesang und die Harmonie ge-führt hat *) < in einen andern Tonherüber gehen. Dieses geschieht inder heutigen Musik in jedem Tonstük,und in den langen, Stükcn vielmal,sowol um die nothige Abwechslungempfinden zu lassen, als um denAusdruk desto vollkommener zu er-reichen.
Insgemein bleibt der Gesang an-fänglich eine Zeitlang in dem Tone,worin,, er anfängt; hernach weicht er»ach und nach in vcrschicdnc andreTöne aus; und endiget sich zuletztwieder in dem Hauptton, aus wel-chem das Stük gesetzt ist.
Jeder Ton hat seinen eigenen Cha-rakter, ein Gepräge, wodurch er sichvon allen andern unterscheidet. DasOhr fühlt dieses, so bald der Ton,worin,, modulirt worden, verlassen,und gegen einen andern vertauschtwird. Aber ein Ton sticht gegen ei-nen andern mehr oder weniger ab;und darin,, verhalten sie sich, wie dieFarben, unter denen ebenfalls mehroder weniger Ucbereilikunst oder Ver-wandtschaft ist. Führt man den Ge-sang so durch verschiedene Töne, daßimmer der folgende wenig von demvorhergehenden absticht, so empfin-det das Ohr eine angenehme Ab-wechslung, in welcher nichts abge-brochenes, nichts hartes, nichts ohne
den
*) S. Ton.