Aus
wenn man uns so viel verständlichesvon der Gemürhslage gesagt hak,daß wir die Starke der Empfindungbegreifen. Daher kommt es, daßdie Ausrufung bisweilen ihre Naturganz verändert, und ironisch wird,so wie in dieser Stelle aus HallersOde, über die Ehre:
O! edler Loh» für meine Mühe,Wenn ich mich in der Zeitung sehe,Vc» einem Schelmen, oben an.
Diese Figur thut ihre beste Wür-kung, .wenn der Redner seinen Satzaufs äußerste gebracht hat, und denndadurch alles von neuem bestätiget.Z. E. lllrul gusror, tum me sb iisekle oontemptuin, ut bsee Porten-tu, me Loninle potillimmn eo^i-tsrsnt. Htgue in omnibus IrissAris aeäißeiisgue venllenllis per-mittuntur Oeeemviris, ut vencinnrguibuscungue in locis viässtur.Ö! perturvstnm rationem, o! Ii»ku'äinern rekrennridarn, o! eonßliallilloluta ntgue perllit». Lic. II.äe I.. /^Ar.
Ganz andre Würkung thut es,wenn die Ausrufung der Vorstellungder Sache vorher geht. Sie berei-tet den Zuhörer zu einem sehr lebhaf-ten Ausdruk, und reizet seine Vor-stellungskraft, genau auf das, waskommen soll, Achtung zu geben.Erfolget aber alsdenn nicht etwasganz wichtiges, so wird die Redefrostig.
lieber den Ausdruck des Ausrufs in derMusik ist die Abhandlung über das Reci-taliv in der Bibl. der schönen Wisscnsch.(B. ii. S. z-z.) nachzulesen. — lieberden Ausruf in der Rede s. Joh. Chrstph.Adelung über den deutschen Styl, S. qg6der ztcn Aufl.
Ausschweifung.
(Schöne Künste.)
Eine kurze Unterbrechung der eigent-lichen Folge der Begriffe durch Ein-
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führung fremder Vorstellungen, wel-che der Hauptsache nur mittelbarnützlich sind. Die Alten betrach-teten die Ausschweifung, welche beyden griechischen Grammatikern 7rn-gencnnt wird, nur als ei-nen rhetorischen Kunstgriff. Guin-tilian sagt dcßhalb, sie sey die Ein-mischung fremder, aber der Haupt-sache nützlicher Vorstellungen. Alie-ns« rei, kell ad utilitatem esula«pertinentis, extra orllinem excur-rens trsäkstio. Daher rechnet erden Kunstgriff, da der Redner mit-ten in der Hauptsache etwas ein-mischt, das der Sache zwar fremdist, aber den Richter auf eine vor«thcilhafte Weise für dieselbe ein-nimmt.
Allein die Ausschweifung erstrcktsich weiter, und wird auch von Dich-tern und andern Künstlern gebraucht.So hat Milton im Anfang des IV.B. eine Ausschweifung angebracht,da er uns von seinem Inhalt aufsein vcrlohrncs Gesicht bringt.
Jede Ausschweifung unterbrichtden Zusammenhang der Hauptvor-stellungen, und muß demnach mitgroßer Behutsamkeit angebracht wer-den, wenn sie nicht nur der Haupt-sache nicht schaden, sondern Vor-theil bringen soll. Sie thut die be-ste Würkung, wenn man vermuthenkann, daß durch das, was zurHauptsache gehört, die Vorstellung,die man hat erwekcn wollen, ganzoder großtcntheils bewürkt ist. Als-denn muß man ihr etwas Zeit las-sen, ihre vollige Kraft zu erhalten.Wenn man in diesem Fall nichtsmehr zu sagen hat, so kann mandurch eine Ausschweifung den Leseroder Zuhörer in der guten Verfas-sung, darinn man ihn gesetzt hat, un-terhalten, und ihr den letzten Nach-druk geben.
So wie die Ueberzeugung nichtallemal aus der Kraft der Beweiftentsteht, sondern oft von einem vor-
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