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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
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Kaufmann von London zielt allesdarauf ab, zu zeigen, daß ein, imGrunde nicht böser Jüngling, durchVerführungen der Wollust zu großenSchandthaten verleitet werden, undzuletzt in die äußerste Schmach gcra-then könne. Diese Vorstellung wür-de nian nicht für wahr halten,' siewürde in dem Gemüthe nicht haf-ten, wenn der Ausgang erzwungenund unwahrscheinlich wäre. Wollteman durch eine dramatische Vorstel-lung die Zuschauer mit der Ueberzeu-gung nach Hanse schiken, daßStand-haftigkeit und Much, mit Recht-schaffenheit verbunden, Mittel sind,sich aus den schweresten Verlegenhei-ten herauszuhelfen: so muß derAusgang der Handlung die höchsteWahrscheinlichkeit haben, weil erdenBeweis der Cache ausmachen soll.Man muß deßwcgen den! Ausgangnicht auf zufallige Begebenheiten,oder auf gewaltthatige Veränderun-gen, sondern auf solche Auflösungengründen, die in der Natur der Sa-chen liegen. Es wäre in solchenFallen ungereimt, ihn auf ei» Erd-beben, das kein Mensch erwartenkonnte, auf den plötzlichen Tod ei-ner Hautpcrson, oder auf derglei-chen Zufälle zu gründen. Es müs-sen in der Handlung selbst Ursachenliegen, die den Ausgang bewürfen.Dabcy muß er etwas außerordentli-ches öder sonst stark rührendes ha-ben, damit sein Eindruk unauslösch-lich bleibe.

Er ist zwar nicht in allen Artender Handlungen gleich wichtig. Indemjenigen Lustspiel, wo es blosdarauf ankommt, den Zuschauer einpaar Stunden zu ergötzen, hat derDichter sich des Ausganges halbereben keine große Sorge zu machen.Sollte er ihm auch mißglükcn, so hater seinen Endzwek erreicht; der Zu-schauer hat gelacht; und lacht viel-leicht über den possirlichen oderunnatürlichen Ausgang noch mehr.

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Deswegen hatten auch die mimischenSpiele der Römer keinen ordent-lichen Ausgang, lllittii erZO, sagtCicero*), elkz'am exitus, non lir-bulss; in guo cum clausula voninvenitur, suZlt allchuls e maul-bus, (lelnös lcabellu cvucrspant,aulaeum tollltur. Deswegen habenauchPlautus und Möllere eben nichtallemal die größte Sorgfalt auf denAusgang gewendet.

Es kommt hier auf die Absicht desDichters an; aus dieser muß er ur-theilen, wie wichtig oder gleichgültigder Ausgang scy, und worauf es da-bey hauptsächlich ankomme. Werden Tod des Casars vorstellen will>kann zur Absicht haben, einen Ty-rannen zu schreken; sie kann aberauch seyn, die patriotischen Gesin-nungen seiner Mörder im höchstenLichte darzustellen. In Heyden Fal-len ist der Ausgang zwar einerlei);aber seine besondre Behandlung mußbey jeder Absicht anders seyn. Esist ganz unnöthig, sich hierüber um-ständlich einzulassen; genug daß derDichter überhaupt aufmerksam ge-macht werdenden Ausgang genaunach seiner Absicht einzurichten, undnach Beschaffenheit des letzten Ein-druks, den er machen will, ihm diegehörige Lenkung zu geben. ImTrauerspiel ist er überhaupt weitwichtiger, als im Lustspiel, weil dietragische Handlung an sich wichtigerist, und große Erwartung erweket.

Man hat als eine Regel festsetzenwollen, daß das Trauerspiel einenfatalen oder traurigen, das Lustspieleinen glüklichen Ausgang haben soll.So ist er auch gröstentheils. Alleinzur Regel kann dieses nicht gemachtwerden, weil der Ausgang der Ab-sicht des Dichters gemäß seyn muß.Will er Schreken in den Gemüthernzurüke lassen, so muß er einen an-dern

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