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1 (1792) [A - D]
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ganz entgegen sind. Sie schikeil sichnur zu gewissen Empfindungen undLeidenschaften, in denen das Gemüts)sich gleichsam immer nur um einenPunkt herum bewegt. Es gicbt aberauch andre, wo die Vorstellungensich beständig andern, nach und nachstarker, oder auch schwacher werden,oder gar allgemach in andre überge-hen. In diesen Fallen sind öftereWiederholungen desselben Ausdruksunnatürlich.

Sind dem Tonsetzer die Wortevorgeschrieben, auf welche er denGesang einrichten soll, so erforsche erzuerst den wahren Geist und Charak-ter derselben; die eigentliche Ge-müthsfassung, in welcher sich einesolche Rede äußert. Er überlege ge-nau die Umstände des Redenden undseine Absicht; dadurch setze er denallgemeinen Charakter des Gesangesfest. Er wähle die tüchtigste Ton-art, die angemessene Bewegung, denRythmus, den die Empfindung würk-lich hat; die Intervalle, wie sie deranwachsenden oder sinkenden Leiden-schaft am natürlichsten sind. DiesesCharakteristische muß durch das gan-ze Stük herrschen; aber vorzüglichan Stellen, wo ein besonderer Nach-druk in den Worten liegt.

In besondere, umständliche Be-trachtung cinzeler Dinge, lassen wiruns hier nicht ein. Die Absicht isthier nur, den Meister der Kunst auf-merksam und behutsam zu machen.Was die besonder« Würkungcn derTonarr, der Bewegung, des Ryth-mus, der Intervalle, auf den Ans-druk betrifft, davon ist in den beson-dern Artikeln über diese Kunstworterverschiedenes angemerkt worden.

Es ist auch guten Meistern in derKunst begegnet, in zweyerlcy ganzungcrcimteFehler gegen den Ansdrukzu fallen. Der eine ist, daß sie denAnsdruk auf einzele Wörter ange-wendet haben, welche sie außer demZusammenhang genommen; da sie

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denn eine Empfindung erweken, wel-che der Hauptempfindung, die imGanzen herrscht, zuwider ist. Inder Rede drükt man oft eine Sachedurch ihr Gcgcntheil aus, indemman eine Verneinung dazu setzt.Anstatt: sch'S nun wieder fröhlich,sagt man auch wol: weincr, odertrauert nickt mehr. Die Vernei-nung, nickt mehr, ist ein abgezoge-ner Begriff, den die Musik nichtausdrüken kann. Sie mnß also denganzen Gedanken zusammen nehmen,und etwas tröstendes ausdrüken.Wollte man den Ausdrnk blos ansdas Wort weinet oder lraurcr legen,so würde man gerade das Gegentheildessen sagen, waS man sagen soll.Und doch haben große Meister diesenFehler begangen.

Der andre Fehler, der über denrührendsten Gesang einen Froststreut, der alles verderbt, entstehtaus der unzeitigen Begierde, Din-ge zu mahlen, die entweder ganzaußer dem Gebiete der Musik lie-gen, oder doch an dem Orte, wo,man sie bey Gelegenheiten gewisserWorte anbringt, eine sehr widrigeWürkung thun. Wir haben aberdavon in einem besondern Artikel ge-sprochen *).

Don dem Ausdruck in der LNusckhandeln besonders Ch. AvisonS lltlu/ »nmuiical exprcllion, I.onci. 175z. 8>vcrm. und verb. 1775. 8. Deutsch, bcipj.1775. 8. (Der Dcrf. handelt, im umTheilc, »on der Gewalt und Wirkungender Musik und von der Achnlichkcit derMusik mit der Mahlert»; im zweyte»,von der zu sorgfältigen Anhänglichkeit andie Melodie, und Vcesäumung der Har-monie, von der zu sorgfältigen Beobach-tung der Harmonie und Dernachläßigungder Melodie, und von dem musikalischenAusdrucke, in so fern er den Komponi-sten

E. Gemähld in der epischen Musik.