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chungen in entferntere Tonarten, mitgrößern Verwiklungen, viel und un-gewöhnlichen Dissonanzen und Auf-haltungen, mit schnellen Auflösungenforrfchreiten muß. 2) Der Takt,durch den schon allein die allgemeineBeschaffenheit aller Arten der Be-wegung kann Nachgeahnftt werden,z) Die Melodie und der Rythmus,welche, an sich selbst betrachtet, eben-falls allein schon fähig sind, die Spra-che aller Leidenschaften abzubilden.
4) Die Abänderungen in der Starkemnd Schwäche der Töne, die auchsehr viel zum Ausdruk beytragen;
5) oie Begleitung und besonders dieWahl und Abwechslung der beglei-tenden Instrumente; und endlich
6) die Ausweichungen und Verwei-lungen in andern Tonen.
Alle diese Vortheile muß der Ton-fetzer wol überlegen, und die Wür-kung jeder Veränderung mit scharferBeurtheilung erforschen; dadurchwird er in Stand gesetzt, jede Lei-benschast auf das bestimmteste undkräftigste auszubrüten. Wir habenBeyspiele, daß Leidenschaften, diesich Nur durch ganz feineSchattirun-gen von andern ihrer Art unterschei-den, die Kunst der Musik nicht über-steigen. So hat der fürtrefflicheGraun in der Operette, Mu-opa(äalsnte betittelt, in der Arie Dallelabbre clsl inio Lsnez die Art derZärtlichkeit, welche mit gänzlicherErgebung in den Willen des Gebie-ters verbunden, und dem Ottoman-nischen Serail vorzüglich eigen ist,vollkommen ausgedrukt. Ein gros-ser Beweis von den Fähigkeiten derMusik, den schwersten Ausdruk zuerreichen.
Aber die östem Fehler gegen denAusdruk, welche sowol dieser großeMann, als andre Tonsetzer vom er-sten Range, begehen, zeigen auchdie Nothwcndigkeit der allergenaue-stcn Ueberlegung und des äußer-sten Flciffcs, dm der vollkommene
Elfter Theil.
Aus z?z
Ausdruk erfodert. Wir wollen dem,der dieses Wesentlichsie der Kunstzu erreichen sucht, über das be-reits angeführte noch folgende An-merkungen zu feiner Ueberlegung em-pfehlen.
Jedes Tottstük, es sey ein würkli-cher von Worten begleiteter Gesang,oder nur für die Instrumente gefetzt,Muß einen bestimmten Charakter ha-ben, und in dem Gemüthe des Zu-hörers Empfindungen von bestimm-ter Art crweken. Es wäre rhoricht,wenn der Tonfetzer seine Arbeit an-fangen wollte, ehe er den Charakterseines Stüks festgesetzt hat. Er mußwissen, ob die Sprache, die er füh-ren will, die Sprache eines Stolzenöder eines Demüthigen, eines Be-herzten oder Furchtsamen, eines Bit-tenden oder Gebietenden, eines Zärt-lichen oder eines Zornigen sey. Wenner auch durch einen Zufall fein The-ma erfunden, oder wenn es ihmvon ohngefchr eingefallen ist, so un-tersuche er den Charakter desselben,damit er ihn auch bey der Ausfüh-rung bcybchalten könne.
Hat er den Charakter des Stüksfestgesetzt, so muß er sich selbst indie Empfindung setzen, die er in an-dern hervorbringen will. Das besteist, daß er sich eine Handlung, eineBegebenheit, einen Zustand vorstelle,in welchem sich dieselbe natürlicherWeise in dem Lichte zeiget, worum ersie vortragen will; und wenn feineEinbildungskraft dabey in das nö-thige Feuer gesetzt worden, alsdennarbeite er, und hüte sich, -irgend einePeriode, oder eine Figur einzumi-schen, die außer dem Charakter sei-nes Stüks liegt.
Die Liebe- zu gewissen angenehmklingenden und auch in Absicht aufden Ausdruk glüklich erfundenen Sä-tzen verleitet die meisten Tonsetzer,dieselben gar zu oft zu wiederholen.Man muß aber bedenken, daß dieseWiederholungen dem Ausdruk oft
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