Aus
lichcil und zusammenhängenden Be-wegungen wieder darzustellen, ausverschiedenen zusammenhangendenBewegungen ein ganzes Ballet zu-sammen zu setzen, das eine bestimm-te Handlung ausdenkt, ist das eigent-liche Werk des Tänzers.
lieber Ausdruk in der eigentlichenSchauspielkunst sind vorzüglich Hrn. En-gels Ideen zu einer Mimik (Verl. 1784—^1786.8. 2 Theilc) nachzulesen.— llcbri--genS handeln davon alle, bey dem Art.Schauspielkunst, angeführte thesr.Schriften über diese Kunst.
Ausdruk in der Musik,
Der richtige Ausdruk der Empfin-dungen und Leidenschaften in allenihren besonder» Schattirungcu istdas vornehmste, wo nicht gar daseinzige Verdienst eines vollkommenenTonstükes. Ein solches Werk, dasblos unsre Einbildungskraft mit ei-ner Reihe harmonischer Tone anfüllt,ohne unserHerz zu bcschafftigen, glei-cher einem von der untergehendenSonne schön bemahlten Himmel.Die liebliche Vermischung mannig-faltiger Farben ergötzt uns; aber inden Figuren der Wolken sehen wirnichts, das unser Herz bcschafftigenkönnte. Bemerken wir aber in demGesang, außer der vollkommenenFortströhmung der Töne, eine Spra-che , die uns die Acußerungen einessuhlenden Herzens verräth, so dienetdie angenehme Unterhaltung des Ge-hörs der Seele gleichsam zu einemRuhebette, auf welchem sie sich allenEmpfindungen überlaßt, die der Aus-druk des Gesanges in ihr hervor-bringt. Die Harmonie sammelt alleunsre Aufmerksamkeit, reizet dasOhr, sich ganz dem höhern Gefühl,das die Nerven der Seele angreift,zu überlassen.
Aus 27 r
Der Ausdruk ist die Seele derMusik: ohne ihn ist sie blos ein an-genehmes Spielwcrk; durch ihn wirdsie zur nachdrüklichsten Rede, die un-widerstehlich auf unser Herz würkct.Sie zwingt uns, itzt zärtlich, dennbeherzt und standhaft zu seyn.Bald reizet sie uns zum Mitleiden,bald zur Bewundrung. Einmal star-ker und erhöhet sie unsre Seclen-krafte; und ein andermal fesselt siealle, daß sie in ein weichliches Ge-fühl zerfließen.
Aber wie erlangt der Tonsctzer dieseZauberkraft, so gewaltig über unserHerz zu herrschen? Die Natur mußden Grund zu dieser Herrschaft inseiner Seele gelegt haben. Diesemuß sich selbst zu allen Arten derEmpfindungen und Leidenschaftenstimmen können. Denn nur das-jenige, was er selbst lebhaft fühlt,wird er glüklich ausdrücken. DasVcyspiel der zwei) Tonsetzer, welchein Deutschland am meisten bewun-dert werden, Gramis und Hüstens,beweist die Würkung des Tempera-ments auf die Kunst. Dem erstcrnhatte die Natur eine Seele vonZärt-lichkeit, Sanftmnth und Gefälligkeitgegeben. Wiewol er nun alle Ge-heimnisse der Kunst in seiner Gewalthatte, so war ihm nur der Ausdrukdes Zärtlichen, des Einnehmendenund Gefälligen eigen, und mehr alseinmal scheiterte er, wenn er dasKühne, das Stolze, das Entschlos-sene auszudrükcn hatte. Haste hin-gegen, dem die Natur einen höhernMuth, kühnere Empfindungen, feu-rigere Begierden gegeben hat, ist inallem, was seinem Charakter nahekömmt, weit glüklicher, als in demZärtlichen und Gefälligen.
Es ist sehr wichtig, daß der Künst-ler sich selbst kenne, und wenn es beyihni steht, nichts unternehme, dasgegen seinen Charakter streitet. Al-lein dieses hängt nicht allemal vonseiner Willkühr ab. So wie ein epi-scher