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1 (1792) [A - D]
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270
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Man hat die Frage aufgeworfen, Leidenschaften auf die verschiedenenob es nöthig sei), den Ausdruck desto Nerven des Korpers, Der Schau-vollkommener zu erreichen, die Na- spieler, der sich in ein richtiges Ge-tur etwas zu übertreiben. Der altere fühl zu setzen weiß, wird sich auchRiccoboni pflegte zu sagen, rvenn bey jedem Ausdruck richtig und na-man rühren rvolle, so müsie man türlich gebchrden.

;wex Finger breit über vasNarür- Von dem Ausdruck, in so fern er

liehe gehen*). Allein die Gefahr, von der Stimme und der Sprache

durch das Uebertriebene frostig zu abhangt, haben wir anderswo ge-

werden, muß den Schauspieler sehr sprechen *).behutsam machen. Der jüngere Ric- Unter allen Künstlern hat derTän-

coboni hat sehr wol angemerkt, daß zer das schwerste Studium, zum

die Natur ohne alle Ucbcrtreibung vollkommenen Ausdruck zu gelangen,

vollkommen stark genug ist; und der Er kann sich nicht an die Natur hal-

Hr. Vffraine, den man ohne sehr zu ten; denn die Bewegungen, die er

irren für den besten der itzigcn fran- machen muß, findet er darinn nicht,

zösischen Schauspieler halten kann, Er muß sie nach den Anzeigungen,

bestätiget dieses durch sein Beyspiel. die er in der Natur findet, nachah-

Leute, welche sich allen Eindrüken der mcn, und in einer ganz andern Art

Leidenschaften ohne Verstellung über- wieder darstellen. Alle seine Schrit-

lassen, dergleichen man unter dem te und Bewegungen sind künstlich,

gemeinen Volke genug antrifft, zei- sie kommen in der Natur niemals

gen uns hinlängliche Starke des vor, und dennoch müssen sie den

Ausdrucks. Kann der Schauspieler Charakter der Natur an sich haben,

dieselbe erreichen, und mit dem edlen Man muß aus jeder Bewegung des

Wesen, dasPersonen von erhabnem, Tänzers erkennen, was für eine Em-

Stande an sich zu haben pflegen, pfindung ihn treibt. SeincSchritte

verbinden, so braucht er nichts zu sind die Worte, welche uns sagen,

übertreiben. was in seinem Herzen vorgeht.

Was wir vorher von der Noth- Es ist den großen Schwierigkeiten,wendigkcit, sich selbst in die Cmpfin- die diese Sache hat, zuzuschreiben,düngen, die man auszubrüten hat, daß man so wenig vollkommenes inzu versetzen, gesagt haben, gilt Haupt- dieser Kunst zu sehen bekommt. Diesachlich für denjenigen Theil des Tanzer sind mehr gewohnt, künsili-Ansdruks, der in der Stellung des che Bewegungen, schwere Sprüngeganzen Körpers und in der Bewe- und kaum nachzumachende Gebcbr-gung der Gliedmaaßen liegt. Es ist düngen des Korpers auszudenken,unmöglich, darüber Regeln zu geben, als den wahren Ausdruk der NaturDie Natur hat die Triebfedern, die nachzuahmen. Nicht nur jede Haupt-sie dabei) braucht, uns verborgen, leidenschaft, sondern bepnahe jedeSo wie ein Mensch, der unverse« Schattirung derselben Leidenschaft,hens fallt, aus einer sich selbst un- hat ihren eigenen Ausdruk in derbcwnßtemFurcht, Schaden zu neh- Stellung und Bewegung des Kör-inen, durch den Instinkt die Stel- pers. Diese sind die wahren Ele-lung annimmt, die ihn am sichersten mente, das Alphabet des achtenbewahret ; eine Stellung, welche er Tanzens, oder diese Kunst beruhetdurch keine Uebcrlegung erfinden ans gar keinen Grundsätzen. Diesewürde: eben so würkt sie. in allen Elemente aufzusuchen, sie in ordent-

*) Riecoboni im angeführten Orte. S-5°?.

5) S. Vortrag.

lichen