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1 (1792) [A - D]
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Das wichtigste in Quintilians Re-gel ist wol dieses: daß sowol derMangel als der Ucberfluß im Aus-druk zu vermeiden sei). Nebenbe-griffe, die in der Sache nichts be-zeichnen, oder die jedem aufmerksa-men Zuhörer" ohnedem beyfallen, be-sonders ausdrüken, ist Ucberfluß;nothwcndige Begriffe weglassen, istMangel.

Wörter, die neu, oder wenig be-kannt, oder aus andern Sprachengcborget sind, können der Deutlich-keit des Ausdruks schaden; wiewolsie es nicht allezeit thun. Wenn dieKarschin sagt:

Kein Menschenarm erhält das Glükebändig,

so ist der Ausdruk ganz neu, abernicht undeutlich.

Da es nicht wol möglich ist, auchvielleicht unnütze wäre, gar alle Ar-ten der Falle anzuführen, in welchendie Deutlichkeit Schaden leidet, sowollen wir hierüber nicht weirläufti-gcr seyn. Auf alle Fragen, die hier-über könnten gemacht werden, kanndie einzige allgemeine Antwort die-nen: hell denken.

Die letzte nothwcndige Eigenschaftdes Ausdruks ist die Reinigtest, oderdie grammatische Richtigkeit dessel-ben. Was außer dem Gebrauch ist,kann wegen seiner Neuigkeit guteWürkung thun; aber was geradegegen den Gebrauch ist, hat allemaletwas anstößiges, weil es dem wi-derspricht, was wir schon für ausge-macht halten. Dcßwegen muß derAusdruk allemal rein seyn.

Dieses sind also die nothwendigenEigenschaften, die jeder Ausdrukallemal haben muß. Richtig, be-stimmt, klar und rein muß er im-mer seyn, sonst hat er etwas widri-ges. Allein deßwcgcn ist er nichtin allen Absichten vollkommen. Diegriechischen Grammatiker zahlen unseine Menge Fehler vor, die den Aus-druk verstellen können. Die vornehm-

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sten sind folgende: Das x«»otp«rsv,der häßliche Klang, der widrige Ne-benbegriffe erwckcn kann. Quinti-lian giebt den Ausdruk, lluölm-sexercitum, zum Beyspiel hievon an;so wäre in; Deutschen der Ausdruk,Gtrik, anstatt Ketten oder Banden,wenn man nicht mit Fleiß -widrigeBegriffe crweken will. Die

wenn der Ausdruk ungezie-mende oder zu üppige Begriffe mitsich führet. 'l'kA-stt-wc-'is, der nie-drige Ausdruk, der der Würde undGröße einer Sache schadet; wie die-ses: 8axea est veirttca in summamcmtis vertice; eine steinerne LVac-5e anstatt eines felsigken Hügels.So ist der Ausdruk:

Sich! an seiner Ordnung gvldncn Sei-len

Muß der Frühling neu herunter eilen,anstatt goldenen Retten. Von die-ser Art könnte man eine beträchtlicheSammlung aus deutschen Dichternmachen. Auch das Gegentheil istfehlerhaft, da kleine oder gemeineDinge mit hohen Worten ansgcdrüktwerden. Nur im Lächerlichen thutdieses gute Würkung. dkL-w-r/s istder mangelhafte Ausdruk, in dem zudem völligen Sinn etwas fehlet; die-ses fällt ins Pöbelhafte,

7:«, wenn dieselbe Cache mit mch-rern, den Sinn nicht verstärkendenAusdrüken, gesagt wird. Einen sol-chen Ansdruk legt Homer, vielleichtaus Uebei legung, dem Pandarus inden Mund: evösu«

7rz>or-07i-a!7S<s, vesT-eo^es?").

^.07/0-, der einfarbige Ausdruk, derwegen seines immer gleichen Gangesverdrießlich wird. Dieses scheinetaber mehr ein Fehler der ganzenSchreibart, als cinzeler Ausdrükezu seyn. -dkaac/>oXo7/o-, der wcit-schweifende Ausdruk, wie dieser vomLivius: nc>n impetrata pa-

ce retrc» «lcimum, unclo veuerant,

»die-

*) II. L. v. 194.195.