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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
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sich immer richtig ausdrükcn wichder muß durch den Umgang oderdurch das Lesen einen Reichthum anWortern und Redensarten *) gesam-melt, und alle mit Scharfsinnigkeitbcnrtheilt haben. Dadurch habensich alle große Redner und Dichterhervorgethan.

Die Richtigkeit, die erste nothwen-dge Eigenschaft des Ausdruks, be-test nicht blos Worter, sondern dieSttze und die Wendungen derselben.Nu> stii Wort unrecht gestellt, nureine nicht genau überlegte Anwen-dung eines Vorworts, kann demganze, Satz etwas unrichtiges geben.Wenn die Karfchin sagt:

-- am Tage,

Den !jn erschaffender Gott,

Nach >er vollendeten Schöpfung,

Hochheng nachte der Ruh!

So gieb» das Wortchen ein anstattdes Artiksts, dem ganzen Satz etwasunbcstimntes, das der größten Rich-tigkeit der Ausdruks entgegen ist.Es kommt hiebe») oft auf fast un-merkliche Kleinigkeiten an. Auchdeni Scha.-fsinnigsten entschlüpft et-was unrichtiges, wie mit Beyspie-len aus den besten neuern Dichternzu beweisen wäre. Daß »vir diesesan allen weniger bemerken, kommtvcrmuchlich daher, daß wir ihreSprachen nicht genug verstehen, umvon kleinen Unrichtigkeiten des Aus-druks zu urtheilen. Nur eine genaueAusarbeitung kann uns von dieserSeite her sicher stellen.

Die den erwähnten guten Eigen-schaften des Ausdruks entgegen ste-henden Mängel machen, daß derRedner bisweilen seinen Ztvck ver-fehlt und etwas anders sagt, als erhat sagen »vollen. Sollte auch derLeser durch mehr Scharfsinn, alsder Verfasser gehabt hat, ihn desunrichtigen Ausdruks ungeachtetverstehen, so wird er doch unange-

*) Loxis Verborum.

Aus

nehm. Wir können bcy folgenderStelle:

kaum spielt die RanunkelAuf der Rabatte mit solchen hellen ab-wechselnden Farben,Als der durchsichtige Ton, von Meiller-bänden beseelet.

endlich merken, was der Dichter mitdem ganz unrichtigen Ausdruke be-seelet, hat sagen »vollen. Dessen un-geachtet ist er er uns zuwider. Wennein andrer Dichter sagt:

Den, der Neptun und der Acol gebändigt,

Verhüllt das Grab.

so merken wir, daß er sagen will, seinName fei) nicht bis auf uns gekom-men; aber wir fühlen, daß der Aus-druk dieses nicht sagt; dcßwegen ister uns anstoßig.

Die Klarheit ist eine andre noth-wendige, nach Quintilian die vor-nehmste *), Eigenschaft des Aus-druks. Redner und Dichter müssenden Geist der Zuhörer in einer be-ständigen Aufmerksamkeit erhalten.Dazu ist die Klarheit des Ausdruksallezeit nothwendig Wo siefehlt, da gehen nicht blos die Vor-stellungen vcrlohren, die in Nebeleingehüllt sind; auch die, welche gleichdarauf folgen , werden wegen Man-gel der Aufmerksamkeit schwächer.Die Rede wird klar, wenn jedesWorteinen genau bekannten Sinn hat,und »venu die Wörter so gesetzt sind,daß die Verbindung der Begriffeleicht zu fassen ist. Beydcs setzt diegrößte Klarheit in den Gedanken desRedners voraus. Es ist dcßwegeneine wichtige Regel, daß man nichtseher auszudrüken suche, bis man esmit der größten Klarheit selbst ge-faßthabe. Die Gedanken, die »virandern mittheilen »vollen, müssen,wie ein schönes Gemähide, deutlich

in

') Xobis prima üt Vlrruz voi'svicuicc.z.l., VIII. c. 2, zz.

") E. Klarheit.