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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
252
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2Z2 AUS

kommen, aber die glücklichste Wür-kimg thlin, erwähnen.

Ost giebt ein einziger gering schei-nender Umstand einer ganzen Vorstel-lung eine Sinnlichkeit, sogar ein Le-ben , das durch weitläuftigc Veran-staltungen nicht zu erreichen gewesenwäre. Dieses gehört unter die glük,lichsten Ausbildungen. HäufigeBeyfpiele davon treffen wir in derJlias an. So ist der kleine Umstand,da der vom Diomcdes verwundeteAcneas auf die Knie sinkt, und sichauf seinen an die Erde gesetzten Armauflehnet. Die drei) oder vier Wor-te, die der Dichter hiezu braucht,geben dem Gcmählde ein Leben, daßwir glauben, itzt den verwundetenHelden würklich vor uns zu sehen.Eine besonders große Kraft habendergleichen kleine Umstände, wennunter den Vorstellungen, die haupt-sächlich einen der Sinne beschäfti-gen , unvermuthet etwas vorkommt,das auf einen andern Sinn würket.Darum läßt Homer, wenn das Augevom Ansehen eines Kampfes gcfätti-get ist, insgemein auch das Ohrdavon etwas empfinden. Man hatdie Helden streiten gesehen; nun fälltder eine, und durch das Gerassel fei-ner. Waffen wird das Gehör gereizt,wodurch die ganze Vorstellung einungemeines Leben bekommt.

Eine sonderbar glükliche Ausbil-dung dieser Art ist in der Noachide,da, wo Og mit seinem Schisse vorder Arche vorbcy fährt. Die in derArche eingeschlossenen Menschen un-terhalten sich mit Gesprächen; derLeser glaubt mit ihnen, daß nun einetodtliche Stille über dem ganzen Erd-boden verbreitet, und außer der Ar-che nichts lebendiges mehr übrig scy.Mitten in dieser Vorstellung ver-nimmt man außer der Arche das Vel-len eines Hundes. Ein wunderba-rer Umstand, der die Einbildungs-kraft plotzlich'in die größte Würksam-keit setzet!

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Das Kunststäk, durch Rührungeines andern Sinnes der Vorstellungmehr Leben zu geben, hat Poußin inseinem Gemähldc, von der Krankheitder Philister, glüklich angebracht.Nachdem das Auge von dem An-schalten der tobten und sterbendenMenschen hinlänglich gerührt wor-den, kömmt man auf Gegenstände,die auch den Geruch angreifen. EineAusbildung von großer Stärke.

Hicher gehören auch die Ausbil-dungen, da unter leblose Gegenstän-de, welche die Hauptvorstellung aus-machen, als Nebensachen, empfin-dende Wesen eingemischt werden,wie in folgendem Gcmählde:

OlKu-erc nlves, rellrunc ism gra»mina csmpiz

^rdoribuzgue comne.

Sturze reri-z vicez cr clecrelceiulzripaz

Vlumlcii pruerereunc:

cm» /öcon-

Durch häufige Ausbildungen dieserArt haben Thomson und Kleist ihreGemähldc der Natur ausgcfchmükt.Am glücklichsten bedienen sich die Land-schaftmahler dieser Art der Ausbil-dung. Nicht jede so genannte Staf-firung der Landschaft mit Figurengehört hiehcr, sondern nur die, wodurch eine oder ein paar Figuren dieHauptvorstcllung in ihrer Art mehrStärke und Leben bekömmt. Land-schaften können, wie historische Gc-mählde, ihren sittlichen und pathe-tischen Charakter haben. Einen sol-chen Charakter durch eine oder einpaar Figuren fühlbarer zu machen,gehört unter die glücklichen Ausbil-dungen der Mahlert!). In einsameOrte, und mit Klcisten zu reden, inSchatten voller Empfindung, schi-ken sich fürtreflich Figuren, die intiefer Betrachtung, heiliger oder ver-liebter

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