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Künstlers feyn. In den Werken derKunst ist das, was nicht hilft, alle-mal schädlich. Es ist bcynahe dasgewisseste Kennzeichen eines Künst-lers vom ersten Rang, daß mankeine unnöthigen Ausbildungen Keyihm findet. Sie sind sparsamer beyHomer, als bei) Virgil; bey So-phokles, als bey Euripidc§; beyDcmosthenes, als bey Cicero. Wennirgend in der Ausübung der Kunstetwas ist, das blos dem Verstanddes Künstlers zu überlassen ist, undwo Regeln unnütze sind, so ist esdieses. Verstand und Gcschmak ha-ben , ist die einzige Regel hiezu.
Indessen kann doch überhaupt die-ses mit Gewißheit angemerkt wer-den, daß in Werken von gemäßig-tem Inhalt die Ausbildungen eherstatthaben, als in solchen, wo dieKräfte auf das stärkste angespanntwerden. Wer in gemäßigtem Affektespricht, kann eher auf Ausbildungseines Gegenstandes denken, als dervon einer heftigen Leidenschaft hin-gerissen wird; wer mittelmäßige Ge-genstände beschreibt, eher, als dergroße gewählt hat. Wer einengroßen Mann nennt, braucht dazunichts als seinen Namen; aber beyeinem Namen von geringen« Ge-wichte steht ein vorthcilhaftes Bcy-wort nicht übel.
Da die Ausbildung allemal auf ei-ne Verstärkung der Vorstellung ab-zielt, so bezieht fle sich immer aufeine der drey Arten der ästhetischenRraft, die Vorstellungskraft, oderdie Einbildungskraft, oder die Be-gehrungskrast. Sehr angenehm sindüberhaupt die Ausbildungen, derenMaterie aus einer andern Gattunghergenommen ist, als hie Hauptma-teric, zu deren Verschönerung sie die-nen. So mischt Virgil in dentleo»ßiols unter seine lehrende Materie,pathetische Auszierungen; Thomsonin seinen Jahrszeiten moralische undpathetische Ausbildungen in seine
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Eemahlde der leblosen Natiw; Ho-mer Nebensachen von sanftem In-halt, als Verzierungen kriegerischerScencn. Wir wollen die verschiede-nen Beyspiele von glüklichen Ausbil-dungen nach diesen drey Gattungenanführen.
Wenn Haller den Satz vortragt,daß ein Mensch zu gering sey, zuverlangen, daß seinetwegen der Laufder Natur soll geändert werden, somacht er ihn durch eine vollkommeneAusbildung einleuchtender.
Sich Welten übcrdir, Kczckhlt mit Mil-lionen,
Der Raum und was er faßt, was heut
und gestern hat;Mensch, Engel, Körper, Geist; ist alles
eine Stadt;
Du bist ein Bürger auch. Sich selber,
wie geringe!Und glcichwvl machst du dich! zum Mittel-punkt der Dinge *).
Zu der Ausbildung, welche dieDeutlichkeit vermehret, gehören über-haupt alle Bilder, Verglcichungcnund Gleichnisse, worüber es unnö-thig wäre, Beyspiele anzuführen;folgendes kann statt aller dienen.Der eben angeführte Dichter will dieUnermeßlichkcit der Ewigkeit demVerstand einigermaßen begreiflichmachen. Er sagt: die Gedankenselbst, so schnell sie sind, können ihrEnde nicht erreichen; und diesem giebter folge Ausbildung:
Die schnellen Flügel der Gedanken,'tvogegen Zeit und Schall «ndWind,
Und selbst des Lichtes Flügel lang-sam sind.
Ermüden über dir.
Eine andre Art der Ausbildung hateine lebhaftere Ergreifung der Ein-bildungskraft zur Absicht. E^giebteine große Mannigfaltigkeit der Mit-tel dieses zu bewürfen. Wir wollennur einiger, die am seltensten vor-kommen,
«) Antwort an Herrn Böhmer.