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siebter Art, versenkt sind; so wie inoffene und fruchtbare Gegenden, Fi-guren, die Freude und Fröhlichkeitathmcn; und in fürchterliche, me-lancholische Gegenden, Figuren, dieKummer und Schwcrmuth zeigen.
Die wichtigsten und vielleicht dieschwersten Ausbildungen sind die,wodurch pathetische Vorstellungenverstärkt werden. In den Werkender Kunst zeigen sich die Leidenschaf-ten auf eine doppelte Art. Entwe-der werden die Würkungcn und dieAcußerungcn derselben an Personen,die im Affekte sind, vorgestellt; oderder Künstler legt die Gegenstande,wodurch sie hervorgebracht werden,vor Augen *). In beyden Fallenkann die Materie an sich selbst, undso wie sie ohne alle Ausbildung sichder Vorstellungskraft darbietet, vonhinlänglicher Starke scyn. In die-sen Fallen muß sich der Künstler derAusbildung enthalten. WaS.Casarin feinem Herzen empfunden hat, alser den BrutuS unter feinen Mördernerblikt, wird durch daS einzige Wort:Aucii du, mein Sohn! daS ihm derSchmerz ausgepreßt hat, so starkausgedrükt, daß alleS, waS zur Aus-bildung dieser Leidenschaft könntehinzugethan werden, die Sache nurschwachen würde. Der Künstler, derso glüklieh ist, durch einen einzigenZug eine heftige Leidenschaft in ihrerganzen Starke auSzudrüken, mußsich aller fernern Ausbildungen der-selben enthalten. So hat der alteKünstler, der den L.aocoon gebildet,die Größe seines Leidens durch daSsichtbare hinlänglich auSgcdrükt, undenthielte sich dcßwcgcn, daS lauteSchrcyen anzuzeigen. Die heftig->. stcn Leidenschaften äußern sich nurauf eine ganz einfache Weife. Soist cS auch mit den Gegenständen,durch welche die Leidenschaften erregtwerden. Wenn sie in ihrer einfa-chesien Gestalt stark genug sind, so
*) S. rcidciischast.
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müssen sie weiter nicht ausgebildetwerden. Agamemnon erwckte indem berühmten Gemahlde dcS Thi-manttigMitleidcn genug, ob er gleichmir bedektcm Angesicht bcy dem Opferseiner Tochter stund. WaS konntesein Gesicht mehr sagen, als die bloßeVorstellung seiner Gegenwart schonsagt?
Die Leidenschaften von sanftererArt, bei) denen die Seele noch einigeFreyhcit behalt, Traurigkeit undZärtlichkeit, Fröhlichkeit, auch Liebeund Haß, wenn sie nicht bis zurRaserei) gehen, vertragen die Ausbil-dung. Eben dieses ist von den Ur-sachen der Leidenschaften zu merken,die nur alSdenn durch eine gcschikteAusbildung zu cntwikcln sind, wennsie nicht plötzlich durch heftige Schlä-ge würken.
Als ein vollkommenes Muster derAusbildung einer zärtlich traurigenSccne, durch Entwiklung besondererUmstände, kann der Auftritt in derAlcclns deS EuripidcS empfohlenwerden, wo sie von ihrem Gemahl,von ihren Kindern und von ihrenHauSbedientcn Abschied nimmt. Weildieses nicht nur dem Dichter, sondernauch dem Mahler für ähnliche Fällein Ansehung der guten Wahl beson-derer Umstände zum Muster dienenkann, so wird eS nicht unnütze seyn,dieses ganze vollkommen ausgebildeteGcmählde hichcr zu setzen.
„AIS sie fühlte, daß der fatale Taggekommen sey, badete sie ihren schö-nen Leib in reinem Flußwasscr, undzog! sich hernach festlich an. Denntrat sie vor den Hcerd der Vesta undbetete: O Göttin! da ich nun unterdie Erde gehe, so höre meine letzte de-müthig,c Bitte; sey die Vormünde-rn: meiner Wayscn. Gieb dem einezärtliche Gattin, dieser einen edcl-müthigen Gemahl; laß sie nicht, wiedie, die sie gebohren hat, vor derZeit sterben; sondern ein langes undglükseligcs Leben in vollem Wolstan-
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