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giebt dem Werk die höchste Vollkom-menheit , die durch die Menge der-selben vielmehr gehindert als befor-dert wird. So wie es in der Musikgar oft nicht auf die Menge der klei-nen Verzierungen ankommt, um diehöchste Schönheit des Ausdruks zuerreichen, sondern auf einen kleinenVorschlag, oder auf eine Bcbungder Stimme, oder gar auf eine klei-ne Pause, so ist es auch in andernWerken- In der glüklichcn Wahlder Kleinigkeiten, und nicht in derMenge derselben, besteht die voll-kommene Ausarbeitung.
Zu welcher Art von Gcmclhldcn flchAusführlichkeit am bcßten schicket, undwelches die Eigenschaften einer geistvollenAusführung sind, hat Hagedorn in denBetrachtungen über die Mahleren, S. 42zund 759 u. f. gezeigt. — Von dem Gc,nie und der mechanischen Ausführung han-delt Jos. Reinolds in einer, im ziten B.S. 1 u. f. der Neuen Bibl. der sch. Wis-scnsch. übersetzten, im I. »78- gehaltenenRede. — —
Ausbildung.
(Schone Künste.)
Unter dieser Benennung begreifenwir die Bearbeitung eines Gegen-standes der Kunst, wodurch er diezufälligen Schönheiten bekommt, dieihn eigentlich zum ästhetischen Ge-genstand machen. Indem der Künst-ler einen Gegenstand ausbildet, thuter das daran, was der Juweliereran dem Diamant thut, den erschleift und faßt. Ohne diese Ar-beit geHort der kostbare Stein bloszum Reichthum; durch sie wird ererst zum Juweel. So kam: ein Ge-danken, der wegen seiner Wahrheiteinen Thcil des philosophischen Reich-thums ausmacht, durch die Ausbil-dung zu einem Werk der Kunst wer-den. Auf diese Weise ist mancher
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Gedanken nnter den Händen desHora? und durch seine Ausbildungzur Ode geworden »). Selbst dieEpopcc kann einigermaßen als einedurch den Dichter ausgebildete Gc.schichte angesehen werden. DerKünstler ist in den meisten Fällennichts anders, als einer, der gemei-ne Gegenstände durch Ausbildung zuGegenständen der. Kunst macht; sei-ne meiste Arbeit ist also Ausbildung.Doch ist sie auch nicht allezeit nö-thig.
Es giebt Gegenstände, die schonin ihrer Natur betrachtet, ohne dieBearbeitung des Künstlers, nachihrer Art hinlängliche ästhetische Krafthaben, folglich der Ausbildung sowenig bedürfen, daß sie ihnen viel-mehr schädlich wäre. DerPortrait-mahler, der ein Gesicht von vorzüg-licher Schönheit gemahlt hat, wirdsich sehr hüten, seinem Gemahldeirgend einige zufällige Schönheiteneinzumischen. Aus eben dem Grün-de hat van Dyk, der in seinen Kö-pfen die Wahrheit der Natur in ei-nem hohen Grad erreicht hat, sichmcistcntheils der Ausbildungen ent-halten. Seine Portrait- haben oh-ne dieses genug Schönheiten um zugefallen. Ein Mahler von Nachden-ken wird eine Geschichte, die an sichrührend ist, in der größten Einfaltdarstellen, so wie der Dichter, derzum Trauerspiele eine in ihrer Einfaltrührende Fabel gewählt, sie ohne epi-sodische Verzierung behandelt.
Die Ausbildung gehört unter die-jenigen Arbeiten des Künstlers, dieVerstand und ein scharfes Urthcil er-fodcrn. So schön immer eine Ne-bensache seyn mag, so ist sie allemalvon übler Würkung, wenn sie daangebracht wird, wo sie nicht noth-wendig war. Der Wahlspruch ei-nes alten Weltwcisen: Nichtsviel, soll der Wahlspruch jedes
Künst-
') S. O»e.