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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
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Aus

Durch die Anlage werden die Haupt-theile desselben blosnach dem Wesent-lichen ihrer Beschaffenheit bestimmtund geordnet; durch die Ausführungund Ausbildung werden die kleinemTheile der Hanptthcile richtig be-stimmt, wodurch das Werk vollstän-dig wird; durch die Ausarbeitungaber wird alles Zufällige jedes ein-zclcn Theiles auf das völligste be-stimmt, und dadurch das Werk vol-lendet. In einem Portrait würdenach der bloßen Anlage das Bild imGanzen betrachtet, in Ansehung derZeichnung, das völlige Ansehen derPerson bereits haben; jeder Haupt-theil würde überhaupt in AnsehungdesColorits das Licht und die Farbehaben, die ihr zukommt: nach derAusführung würde auch jeder ein-zelc Thcil in seiner wahren Verhält-nis; und Forin gezeichnet seyn, seingehöriges Licht und die wahre Farbehaben; aber die genaueste Verbin-dung der klcincsien Theile unter ein-ander, die Mittellichter, Widerschei-ne und die feineren Tinten, wodurchdas Bild die eigentliche Wahrheitund Natur bekommt, fehlen noch:diese werden durch die Ausarbeitunghineingebracht. Wenn durch die er-sten Arbeiten das Bild ähnlich wird:so bekommt es nur durch die völligeAusarbeitung das Leben, wodurches nicht mehr wie ein Bild, sondernwie die Sache selbst erscheint.

Durch die Anlage ist der Charak-ter des Werks bereits bestimmt; zuder Hauptwürkung, die es thun soll,sind die würkenden Kräfte vorhan-den, durch die Ausführung werdendiese Kräfte näher bestimmt und be-kommen ihre eigentliche Verhältnisseunter einander; durch die Ausarbei-tung wird ihre Würkung erleichtert,werden alle Hindernisse gehoben, be-kommt das Werk eine Vollkommen-heit, zu welcher sich in dieser Artnichts hinzudenken läßt. Ohne siealso kann kein Werk ggnj vollkom-

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men seyn. Ist sie nicht der wichtig-sie Theil der Arbeit des Künstlers,so ist sie doch der, durch den die an-dern ihre höchste Wichtigkeit errei-chen.

Da wo zur völligen Würkung ei-ne Täuschung nothwendig ist, wiein Gcmählden und im Schauspiel,da ist die genaueste Ausarbeitungvon der höchsten Nothwcndigkeit,weil sie das meiste zu der Täuschungbeyträgt. In den redenden Künstenwird der höchste Ton der Wahrheit,der Einfalt, der Leichtigkeit nurdurch die vollkommene Ausarbeitungerhalten.

Es gicbt Werke, die ohne die voll-kommene Ausarbeitung einen großenWerth haben. Sichtbare Gegen-stände, die weit aus dem Gesichtegesetzt werden, bedürfen ihrer nicht,sie würde so gar schädlich seyn; undin der Musik will auch ein sehr starkbesetztes, mithin auch in einer gros-sen Entfernung zu Höreudes Ton-stük, nicht so ausgearbeitet seyn,wie ein Trio. Uebcrhaupt wird inallen Stükcn, wodurch starke Em-pfindungen sollen erregt werden, ei-ne genaue Ausarbeitung unnöthig;am nöthigsten aber in Werken, de-ren Charakter Anmuthigkeit und Ru-he ist.

AusgcarbeitcteWcrkc erscheinen nie-mals in den ersten Zeiten der Kunst;das Große kömmt früher, als dasSchöne: wo aber die Ausarbeitungfür das Wesentlichste der. Künste ge-halten wird, da sind sie ihrem Un-tergänge nahe.

Einige französische Schriftstellerglauben, daß ihre Nation gegenwär-tig iu diesem Fall sey. In der Thatist vielleicht niemals ein Volk gewe-sen , wenn man die griechischen Rhe-thoren unter den römischen Kaisernausnimmt, das in den redendenKünsten die Ausarbeitung so weit ge-trieben hat, als die französischenSchriftsteller thun. Was sie zu vie

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