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1 (1792) [A - D]
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Aug

Aug Au»

werde, alles nachmachen zu können *).Nach eben dieses großen MeistersUrtheil, hat Raphael selbst einenguten Thcil seiner Große dem Augen»maaß zu danken. Es setzt den Zeich-ner nicht nur in Stand, jeden Ge-genstand nachzuahmen, sondern ihmauch einen Grad der Wahrheit zu ge-ben, der mit großer Kraft rühretWer einmal von den in Papier aus-geschnittenen Bildern des bekanntenHuberts von Genf etwas gesehenhat, wird die große Wichtigkeit desAugcnmaaßes lebhaft fühlen. Miteiner bewundernswürdigen Wahrheitweiß dieser außerordentliche Künstlerjeden Gegenstand blos durch Aus-schneiden in Papier, ohne vorherge-gangene Zeichnung, darzustellen.

Die Natur muß dazu, wie zujedem Talente, die Anlage geben;aber eine lange Ucbung scheinet dochallemal viel dazu bcyzutragen. Fastalle Mahler, die zur Zeit der Wie-derherstellung der Kunst gelebt haben,besaßen das Augcnmaaß in einemziemlich hohen Grad. Man siehtviele Zeichnungen und Gcmählde ausAlbrccht Dürers Zeiten, die sichdurch eine sehr starke Wahrheit em-pfehlen; schlecht gemahltc Portrait?,die blos von der Wahrheit der Zeich»nung einen großen Werth haben.Die Richtigkeit des Auges, sagtLNengs, hatten alle Mahler dieserZeit; hatten alle so gut als Raphaelgewählt: so würden sie alle so gutals er gezeichnet haben f). Diesesist eine höchst wichtige Anmerkungfür alle, die sich auf zeichnende Kün-ste legen. Sich unaufhörlich im Au-gcnmaaß üben, ist schon die Hälfteder Kunst. Dahin zielt ohne Zweifelauch der dem Apelles zugeschriebeneWahlspruch! blulls äies kirn. lines.

Mcngs über die Schönheit und überden Gcschmak in der Mahle«!). Vor»rede S- xiv.

S. Wahrheit.

f) In dem angeführten.Werk. S>4?.

Augenpunkt.

(Mahlcrcy,)

Ncr Punkt in einem nach der Per-spektive gezeichneten Gcmahlde, aufwelchen die Richtung des Augesgeht *). Man setze, 0 x scy die Ta-fel, auf welche die Zeichnung zu ver-fertigen, das Auge scy in i, und dieLinie i s die Richtung der Axe desAuges, so ist s der Augenpunkt.Wenn man ein Gcmahlde betrachtet»so ist es natürlich, daß man sich ge-rade davor stellt, und das Auge nachder horizontalen Linie richtet: undso betrachtet man auch insgemein je.den Gegenstand.

Aus dem, was wir in dem Arti-kel, Gesichtspunkt, gesagt haben,erhellt, daß der Augenpunkt insge-mein mitten in der Tafel genom-men wird. Dieses geschiehet alle-mal, wenn die Gegenstände, so rech-ter und linker Hand über und unterdem Horizont liegen, gleich gut müs-sen ins Auge fallen. Man geht alsovon dieser Regel nur in den Fällenab, wo man einen von diesen vierTheilen dem Gesichte vorzüglich dar-stellen will. Wenn man z. E. mit-ten am Eingange einer Gasse steht,und die eine Seite derselben vorzüg-lich betrachten will, so kehrt mansich etwas gegen dieselbe hin, undwenn man die Gasse so zeichnen woll-te, so würde man den Augenpunktnicht in der Mitte, sondern nähergegen die Seite nehmen, welche vor-züglich ins Auge fallen soll. Weilaber die Linie i s allezeit senkrechtauf die Tafel fällt , so steht als-denn die Tafel schief gegen die Straße.

Ausarbeitung.

(Schöne Künste.)A)ie letzte» aber nicht unwichtigsteArbeit des Künstlers, an seinem Werk,

Durch

S. Fig. Pcrspektih.

S. Perspekti».