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stellen will, durch alle Augenblikenachgehen, sich Key jedem alle Um-stände wol vorstellen, nnd erst als-dcnn von allen den wählen, der sichzu seiner Absicht am besten schiket.Sswol die wählerische als die poe-tische Anordnung hängen von demgewählten Augcnblik ab.
Bey einem gemeinen und sehroft wiederholten Inhalt kann dasWerk durch die glükliche Wahl desAngcnbliks, das Ansehen der Neuig-keit bekommen. Zum Epcmpcl: derMahler würde sehr viel Neues an-bringen können, der für seinen ge-kreuzigten, oder sterbenden Christusden Augcnblik wählte, da das Erd-beben entsteht.
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Der von Hrn. Sulzcr vorgeschlageneAugenblick, in so fern er von dcni Möhlerzu nutzen mar, ist schon von Coypcl ge.nutzt morden; und ist nühmlich in so ferneben derselbe, als in ihm zugleich dieSonne verfinstert wird, und die Tobtenauferstehen. Indem Staunen, Furchtund Schrecken auf den zum Thcil gen Him-mel gerichteten Gesichtern der Bcpstehen-den herrschen, ösncn sich, mittcn unterihnen, die Grüber, und ein Todter steigtdaraus empor. — llcbrigcns mürc eineUntersuchung, dünkt mich, ob ein, imAnfange oder in der Mitte, oder ganz amEnde einer Begebenheit, liegender Augen-blick Vorzüge habe? — Qb und wennder Mahler bcv einem aus der Geschichtegewühlten Augenblick, nicht noch von derArt, wie er in der Geschichte liegt, odererzclhlt wird, gcknzlicl) abgehen könne?u. d. ni. an ihrer Stelle gewesen. —>lieber die Wahl des Augenblickes findensich im Laocoon (S. 17z nteAusg.) Be-merkungen , so wie in dem izstcn Kap. des2ten B. von Laircssc großem Mahlcrbuche,lehrreiche Winke.
Augenblik. (Schauspiel.) Auchdie Schauspieler uud die für dieBühne arbeitenden Dichter müssen
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gewisse Augenblike sich besonders em-pfohlen seyn lassen. Dergleichengicbt es in wichtigen Handlungen,wo die Bewegungen der Gemüthcram merkwürdigsten sind; wo eswichtig ist, daß der Zuschauer Zeithabe, alles genau zu bemerken, umzur vollständigen Rührung zu kom-men. iSowol Dichter als Schau-spieler haben darauf zu denken, demZuschauer diese Zeit zu geben. Dennwenn man sie zu schnell sollte vorbey-gehcu lassen, so würde der Eindruknicht stark genug seyn. Der Mahlerhat bey solchen Augenblikcn dcnVor-thcil, daß er alles fest hält, unddem Auge Zeit läßt, jede Mine undjede Gcbchrde wohl zu bemerken.Der Schauspieler muß nothwcndigdie Personen in solchen Augenblikenin das beste Licht setzen, und aufdas vortheilhaftcste gruppiren. Ermuß dabei) in die Schule des Mah-lers gehen. Es gicbt Trauerspiele,wo einige stumme Augenblike, dadie ganze Handlung gehemmt scheint,und jeder nur innerlich mit sich selbstzu thun hat, von der größestenWür-ckling sind,
A u g e n m a a ß.
(Zeichnende Künste.)
Aie Fertigkeit, Formen, Großeund Verhältnisse mit solcher Genauig-keit ins Auge zu fassen, daß die Ein-bildungskraft eine ganz genaue Vor-stellung davon hat. In zeichnendenKünsten ist dasAugenmaaß das ersteund unentbehrlichste Talent. Wodieses fehlt, da hilft weder Zirkelnoch Maaßstab. Der Zeichner muß,wie Michel Angclo sich auszudru-ken pflegte, den Zirkel im Auge undnicht in der Hand haben; und einerder größten Mahlcr sagt: die ersteBemühung eines Anfangers sollseyn, das Auge zur Nichtigkeit zugewohnen; so daß er dadurch fähigQ s werde,