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1 (1792) [A - D]
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wollte, so würde er langweilig wer-den *).

Aus diesen Betrachtungen muß dieEiuthcilung der Aufzüge hergeleitetwerden. Die Handlung muß alle-mal so abgebrochen werden, daß dieAufhaltung einen der erwähnten Um-stände zum Grunde habe. Von derwillkührlichen Regel und Gewohnheiteiniger Neuern, daß alle Auszügeohngcfähr gleich lang seyn sollen,weiß die Natur nichts, und die Al-ten haben nicht daran gedacht. Siehaben sehr kurze und sehr lange Auf-züge in einem Gedichte-

Wiewol die Anzahl der fünf Auf-züge bey den Alten beständig angetrof-fen wird, so ist doch eine geringereZahl kein Fehler wider irgend einegegründete Regel.

Von den einzeln Aufzügen des Drainahandeln iveitlüustiger Aubignac in dein;tcnund 6ten Kap. des ztcn B. seiner vr-ri-gcie äu Lkearre (l. S. >?5 U. f.)Cailhaoa, im is und >6ten Kap.I» Lomcciio (Th. i. S. 274 U. f.)

Aufzug.

(Musik.)

Ein Tonstük, welches in den Schau-spielen bey wichtigen und feyerlichenAufzügen und bey Tänzen gespieltwird. Weil in der Oper und beyTänzen Aug und Ohr immer zugleichbcschäfftiget werden, so hatte manfür die Fälle, wo weiter nichts ge-schieht, als daß die spielenden Per-sonen mit gewissem Pomp auf dieSchaubühne ziehen, oder ans dersel-ben sich feyerlich von einem Orte zumandern hinbegeben, solche Tonsiükenothig, welche diesen fcyerlichenGang auch dem Ohr vorbildeten.

Das Wesen des Aufzuges ist einefeycrliche Pracht, die dem Charakter

*) S- Nrorigue Nu tdöülre par I'adbs

N.^udixnsc I..III. «d.6.

A u g

des Aufzuges und der Gelegenheit,bey welcher er geschieht, angemessensey. Dazu gehört eine starke Bese-tzung aller Stimmen, große Vollstän-digkeit der Harmonien, und ein feycr-lichcr stark abgemessener Takt. Nurein guter Harmoniste kann sich mitHoffnung eines glüklichen Erfolgesan diese Gattung machen.

A u g e n b l i k.

(Mahlerey.)

Aer Zeitpunkt in einer Begebenheit,den der Hisioricnmahler zu seinerVorstellung gewählt hat. Weil näm-lich in dem Gemählde keine Folgevon Begebenheiten statt findet, son-dern alles still stehet, so kann voneiner Geschichte in dem Geniahldenur ein einziger untheilbarer Punktder Zeit vorgestellt werden, das ist,der Mahler drükt eine gewisse Sceneaus, wie sie in einem von ahm ge-wählten Augcnblik gewesen ist.

Die Wahl des Augenbliks ist einwichtiger Theil der Erfindung deshistorischen Gemähldcs. Denn je-'der Augcnblik einer wichtigen Hand-lung hat seine besondern Umstände,und giebt den Personen besondereEmpfindungen. Der Mahler, dersich >z. E. überhaupt vorgesetzt hat,Christum am Kreuz zu mahlen, kannentweder den Augcnblik wählen, daer angeheftet wird, oder den, da derHeiland mit seinen Verwandten ineiner gewissen Gemüthsruhe vomKreuz herunter spricht, oder, da ervoll Schmerzen und Seelcnangst ist,oder, da er ruft: es ist vollbracht,u. s. f. Jeder dieser Augenblike kanndem Gemahld einen besondcrn Cha-rakter, eine besondre Anordnung,ihn: eigene Erfindungen, Stellungen,Leidenschaften u. s. f. geben.

Der Mahler muß deßwcgcn, nachder Wahl der Materie, der Wahldes Augenbliks ernstlich nachdenken.Er muß der Geschichte, die er vor-stellen