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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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243
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weit fortrükcn ließen, als die Neuemzu thun gewohnt sind. Denn ge-meiniglich wird im alten Drama,bc» jedem neuen Aufzug, die Hand-lung da fortgesetzt, wo sie am En-de des vorigen gelassen worden.Es giebt Trauerspiele, die offenbarnur aus einem Aufzug bestehen wür-den, wenn man die Chore darauswegließe. Die Neuern lassen vielesin dieser Zeit hinter der Bühne ge-schehen.

Doch findet man auch Bcyspielebey den Alten, daß die Handlungzwischen zwey Aufzügen hinter derBühne fortgeht. Inden um Schutzflehenden des Euripides versamm-let Theseus zwischen dem zweytcnund dritten Aufzug das athcnien-sische Volk, und dieses faßt denSchluß die Thebancr zu bekriegen,falls sie die Leichname der erschlage-nen Argiver nicht wollten zum Be-grabniß verabfolgen lassen.

Die Gewohnheit, das Drama infünf oder in drcy Aufzüge einzuthei-len, beyseits gcsetzet, so laßt sich nochverschiedenes über die Notwendig-keit oder den Nutzen der Aufzüge an-führen. Erstlich ist zu überlegen,ob es nicht für den Zuschauer etwasermüdend seyn würde, eine so langeVorstellung ununterbrochen anzuse-hen. Da es höchst wichtig ist, daßseine Aufmerksamkeit keinen Augen-blik schlaff werde, so muß man auchäußerliche Mittel anwenden, sie inder Lebhaftigkeit zu unterhalten.Dieses scheinet eine kleine Unterbre-chung zu thun. Dazu kömmt noch,daß jeder Zwischenraum, insonder-heit, wenn der Aufzug in einer Ver-wiklung zu Ende geht, eine Aufhal-tung macht, und also die Aufmerk-samkeit reizet.

Hiernaehst ist es dem Zwck desSchauspiels gemäß, daß der Zu-schauer bisweilen Zeit habe, sowoldas vorhergehende in eine Hauptvor-stellung zusammen zu fassen, als über

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einzele Theile desselben nachzudenken,wozu il,m die Zwischenzeit Gelegen-heit giebt. In der griechischen Tra-gödie war ihm der Chor zu beydenAbsichten bchülflich, und es ist of-fenbar, daß die meisten griechischenChöre aus diesem Gesichtspunkt ver-fertiget worden. Sic sind Ruhe-punkte, wo die gemachten Eindrükesich etwas setzen und befestigen können.Es ist dcßwegen sehr übel gethan,wenn die Zwischenzeit mit sol-chen Vorstellungen des Tanzes oderder Musik besetzt wird, die diese hin-dern *).

Ein solcher Abschnitt kann auch ingewissen Fallen für die Handlungnothwcndig werden. Es trifft sichoft, daß der Dichter nur eine Personmuß auftreten lassen, die nicht an-ders, als allein erscheinen kann.Diesem Umstände zu gefallen muß bis-weilen eine Unterbrechung veranstal-tet werden, oder eine Person, die al-lein auf der Schaubühne gebliebenist, muß nothwcndig, ehe die Hand-lung weiter kann fortgesetzt werden,weggehen, z. E. einige Erkundigungeinzuziehen: alsdenn entsieht noth-wcndig ein Zwischenraum. Biswei-len beruhet der Fortgang der Hand-lung auf Sachen, die auf der Büh-ne gar nicht können vorgestellt wer-den : alsdenn ist die Abbrechung gänz-lich uothwendig. Z. E. der Aus-gang des Trauerspiels, die siebenHelden von Theben, beruhet auf demStreit der beyden Brüder. Nach-dem alles dazu fertig ist, muß dieHandlung nothwcndig still stehen,bis dieser Streit, der auf der Bühnenicht konnte vorgestellt werden,vorbei) ist. Wenn der Dichterdiesen Raum, wie in einigen neuenSchauspielen geschieht, blos mitReden über allgemeine Moralcn,oder locos oommuuos anfüllen

Q 2 wollte,

H G. Zwischenzeit.