Auf
Außer der sinnreichen Erfindungwird auch ein vollkommener Ausdrukzu der Aufschrift erfodcrt. Er mußEinfalt, Starke, Kurze verbindenund von sehr gutem Wolklang seyn,damit er desto gewisser im Gcdacht-niß bleibe. Wo es angeht, solltedie Aufschrift in Versen seyn, in hal-ben Versen, in ganzen einzeln, inzwcycn oder vieren, die man Hcmisti-chia, Disticha, Tetrasiicha, nennt *).Weil man aber in einer so sehr knr-zcnRede wenig Frcyhcit hat, so gehtdieses nicht allemal an. Anstatt derVerse muß man die Rede in kurze,wol ins Gehör fallende, Satze ein-theilen. Es ist daher eine besondreSchreibart für die Aufschriften ent-standen, welche man den 8t^luui la-xiciarem nennt. Als ein Muster ei-ner guten Aufschrift, kann die ange-führt werden, welche auf der beyMurtcn in der Schweiz stehendenCapelle, darum die Gebeine der dortin der bekannten Schlacht gebliebe-nen Burgunder zusammengelegt sind,zu lesen ist:
VL0. NäX,EäkOlll IblELVVI 50KVl88MIVDEI8 LXLK-
ElVL8
VL8II)Ld18 LlLLVLVI^
E^L8(I8ME 8M MOXLblLXI'DU RL-
Wegen der edlen Einfalt verdienetauch die Aufschrift an dem Invaliden-Haus bcyBcrlin angeführt zu werden:LHL80 LI' IttVIEVO MLII'l.Hingegen ist auf einem der größtenöffentlichen Gebäude dieser Stadteine deutsche Aufschrift, die einemHandwerksmannc zur Schande ge-reichen würde.
Man hat bisweilen die Frage auf-geworfen , ob es nicht wol gethanwäre, wenn die Mahler ihre Werke,nach Art der Denkmäler, durch Auf-
*) S. Vers.
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schriftcn erläuterten. Es laßt^ sichleicht sehen, daß ein Gemahldcdadurch sehr viel gewinnen kann *).Aber es ist schwer sie so schiklich an-zubringen , als Poustin in dem an-geführten Fall es gethan hat. Dochsind sehr viel Wege dazu. Sie kön-nen auf Gebäude, auf Denkmäler,auf Gefäße, und andre Nebensachendes Gemähldes angebracht werden.Wem ein Kupferstich von Lueßli,der 1768 in London herausgekom-men ist, darauf Dion, wie er inSyrakusa ein Gespenst sieht, vorge-stellt wird, zu Gesichte kommt, derkann darauf vielerley gute Wege,Aufschriften anzubringen, auf ein-mal sehen. Die Sache ist wichtig,und verdienet eine genaue Ueberle-gung
Anweisungen ;u Aufschriftensind verschiedene vorhanden; aber die Ver-fasser der, mir bekannten, sind, größtcn-thcils, ans Witzclcyen und Künssclcycndabcp verfallen. Indessen gehören sie zuder kitteratur dieses Artikels, und sindfolgende, von italienischen Schriftstel-lern: k'kpicaii», Oial. ncl guale llinlegns il inosto sti comporre gl! Lpi-rat! sll'ancics, sti kraue, kola, Ver.>6:6. 4. — II Larinoeclliale ^rillore-lico, c> tla Iclea stell' arguta est in-gegnvla elocurione, clie lerve a ruccal'srre urararla, lapistaria e s^mdvlica.... stel L. I). kman. Vkesauro . . .'kaur. 1654, verm. Vcn. 168-. 4. ko-lngu. 167;. 4. tat- durch Casp. Cörber,Frcft. 1698. 4. tcipz.l7>4. 4- (Das Buchsoll eigentlich ein Commentar über das zteBuch der Rhetorik des Aristoteles seyn,aber der Verf. hat geglaubt das Sinn-reiche nicht besser erklären zu können, alswenn er selbst sinnreich, d. h. in einemgezierten, gcschrobcncm Styl darüberschriebe. Den alten Jnnschrlften spricht
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S. stu Los Restex. erc. ?. I, Letk, IZ-
") S. Slllcgvric; Historie.
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