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das Aenßcrc oder Innere eines Ge-bäudes so vorstellt, wie es aus ei-nem gewissen Gesichtspunkt in dieAugen fällt.
Der Aufriß, etwas groß gezeichnet,dienet dem Baumeister und denWerk-.lenten zur beständigen Richtschnur inBestimmung allerThcile. Denn nachdiesem Riß nehmen sie alle Höhenund Breiten eines jeden Theiles.
Aufschlag.
(Musik.)
Aic schwache Zeit des Takts, dader, so den Takt schlägt, die Handoder den Fuß aufhebt. In dem Taktvon zwei) Zeiten fällt der Aufschlagin die zweyte Zeit; in die dritte,wenn der Takt drcy Zeiten hat; undin die zweyte und vierte, wenn eraus vierZeitcn besteht*). Man sagtvon einem Tonsiük, es fange im Auf-schlag an, wenn es kurz oder ohneAccent mit der letzten Zeit eines Taktesanfangt, aufweiche sogleich der An-fang des zweyten Taktes folgst. Somuß ein Gesang anfangen, dessenText jambisch ist, weil es nicht an-geht, daß ein Jambus einen Taktausmache; denn die erste Sylbc oderder erste Ton des Takts ist immernothwcndig lang. Also behandeltdie Musik die jambische Versart, alswenn sie trochäisch mit einer vorge-setzten kurzen Sylbe wäre. Anstatt
Komm Do l ris komm I zu je l neuBu j chcn,
liest der Tonsetzer:
Komm l Doris l komm zu I jenen IBuchen
Aufschrift.
(Beredsamkeit.)
Eine kurze Rede, wodurch eine merk-würdige Sache auf einem Denkmal
*) S. Takt.
*') S. Takt; Zeiten.
A u f
ausgedrukt wird *). Man kann dieAufschrift, ob sie gleich nicht noth-wendig in Versen gemacht wird, alseine besondre Art des Ginngevichtesansehen, und sie ein Sinngedicht zneinem Denkmal nennen. Die Auf.schrist soll, ihrer Absicht gemäß, et-was ganz merkwürdiges, auf die kür-zeste und nachdrücklichste Weise sagen.Sie gehört deßwcgen unter die Wer-ke, deren Wichtigkeit man nicht nachihrer Größe schätzen soll; denn es istoft schwerer eine vollkommene Auf-schrift, als eine große Rede zu ma-chen. Eine wcitläuftige Sache durchwenige Meisterzüge bezeichnen, durchwenig Worte viel sagen, ist in re-denden Künsten gerade das schwcrcste.Da man weder Beschreibungen, nochausgeführte Bilder brauchen kann,die Einbildungskraft stark zu rühren,so müssen die wenigenAusdrüke, vonder größten Fruchtbarkeit, Stärkeund Einfalt seyn. Es kann nur ei-nem recht guten Genie gelingen, einevollkommene Aufschrift zu machen,und noch gehört ein glüklichcr Au-gcnblik dazu. Wie viel man auch inder kürzesten Aufschrift sagen könne,sieht man aus der, welche Polistinauf das Grabmal einer Schäferinin einem berühmten Gemählde gesetzthat: Auch ich rvar in Arcavien.Man lese nach, was der Abt oäBos **) hierüber angemerkt hat.
Die Alten waren oft sehr glüklichin Aufschriften: und denen, welchein dieser Art zu arbeiten haben, istzu rächen, daß sie die Aufschriften,welche Pausanias in seiner Beschrei-bung Griechenlands aufbehalten hat,die, welche man in den griechischenAnthologien findet, auch die bestenvon denen, die man aus alten Denk-mälern gesammlct hat, fleißig stu-diren.
Außer
*) S. Denkmal.
*") NeÜexions tut la Poesie et Iii pein-rure 1°. I. Lech VI.