Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen
 

216

A r i

A r k

der Pater Brumoi bat gezeigt, daßdieses gar nicht wahtschcinlieh sei) MEs einsteht über die Comodiendieses außerordentlichen Geistes nochein Zweifel, den meines Wissens nie-mand ausgelost hat. Wie hat ihmeine so große Schmahsucht gegen dievornehmsten Manner des Staates,gegen das ganze Volk selbst, und sogar gegen die Götter, so ungerochenhingehen können? Ohne Zweifelliegt der Grund davon in der ur-sprünglichen Einrichtung der altenComodie, die allem Ansehen Hachaussolchen Schmähungen und Dnrch-hcchlungen der angesehensten Män-ner bestanden hat; die also eben sowenig strafbar waren, als dieEchimpfrcden, welche die romischen-Soldaten in den Triumphlicdern ge-gen ihre Feldherren sich erlaubten.Dieses Schimpftn mag in der ur-sprünglichen Form der griechischenComodie so gegründet gewesen seyn,wie noch itzt im Carncval unter derMaske Manches erlaubt ist, dassonst nicht würde geduldet werden.Kmcianus sagt ausdrüklich, daß dieSpottereycn einen Theil der Festedes Bacchus ausgemacht haben **).Für diese Feste aber waren die Co-modien bestimmt. Auch bei) andernFesten machten die Schimpfrcdcnund Verspottungen einen Theil derCeremonien aus. Hcrodomo mel-det, daß bey den Cpidauriern an ei-nen, gewissen Opferfeste der Chorkeine Mannspersonen, sondern nurdas weibliche Geschlecht mit Schimpf-worten habe anfallen dürfenDieses scheinet noch dadurch bestäti-get zu werden, daß nachher die Formder alten Comodie durch ein förm-liches Gesetz ist aufgehoben worden.In dem Enrculio des Plautus tref.fen wir noch eine Spuhr der ur-

*) Db-arre cko «iecs ?. III. p, 46. ettuiv,

i .uc. ,'n de» Fischern.

"') NorocZot. I.. V.

sprünglichen Einrichtung der Cbmä-die an. Zwischen dem dritten undvierten Auszug tritt der Anführer desChors auf, und wirst den Romernviel schimpfliche Dinge vor. Alsowaren Schimpfrcdcn der alten Co-modie wesentlich.

Er soll der Lustspiele 54 geschrieben ha-ben, wovon nur noch cilf, Plntus, dieWolken, die Frösche, die Ritter, dieAcharnenscr, die Wespen, der Friede, dieVögel, die Redncrinnen, das Fest derCeres und tysistrata übrig sind. Gedrucktsind solche zuerst, Ben. 1498.5. gr. mitden Scholien, aber nur neun derselben,erschienen; die beyden fehlenden (das Festder Ceres und Lpsistrata) wurden der fol-genden Ausg. Flor. 15,5. 8- gr. hinzu ge-fügt; und unter den andern Abdrückenderselben sind die merkwürdigsten: die Ba-seler, cur. Lim. L!rz?ni>ei, 1582.4. gr.in welcher zuerst alle eilf Stücke vereintworden sind; c. Ligiam, Lelcni, IZa5.'54/. 5. gr. mit den Scholien; c. con-sebb. I»l. Lcsl. er ^rillopk. trsAm.t.ugck. k. 1S-4. >:. gr. und lat. L. nor.llson. ksbist, ^mllel. 1670. 12, gr. undlat. llx rec. lluck. Kulicri,1710. 5. gr. und lat. mit den Scholien;c. Lcepb. IZerglcii, p. 1760. 4.

s B. gr. und lat. mit Fragm. von verlo-ren gegangenen Stücken; Scuck. llicb.llranc. pdii. krunclc, Urgent. 178Z. 4.und 8. in z B. oder 9 Thcilen, gr. undlat. mit den Fragm. bei) welcher die Littc-ratorcn aber die Schollen ungern vermis-sen. Eine besondere Ausgabe dieser ist,indessen, von einem andern Gelehrten, zuerwarten; eine neue Ausgabe des Dich-ters hat Jnvernizzi geben wollen. Auchsind Ausgaben von verschiedenen einzelnStücken desselben vorhanden. —- —

UebersetZt ist Aristophanes in dasItalienische, vollständig von Bartol.und Pietz Rosltini, Vcn. 1544. 8. Ein-zeln , der Plutus, von Mich. Angel. Car-melli, Vcn. 17;,. 8. und ebenderselbe vonI. V. Terucci, Flor. 1751. 4. Die

Wolken,