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A r i e t t e.
Eine kleine Arie, die nur aus einemThcil besieht. Der Dichter bringtsie an die Stellen, wo die Hand-lung einen gemäßigten Grad derGemüchsbcwegung hervorbringt, dieeben nicht lang anhalten, noch ei-nen sehr tiefen Eindruk machen soll.DerTonsctzcr folget seinem Beyspiel.Er dehnet den Ausdruk weniger aus,als in der Arie; er zergliedert dieEmpfindungen nicht, und laßt denAusdruk etwas schnell vor uns vor-über fahren. Dieses ausgenom-men, wendet er sonsi wegen derNichtigkeit des Ausdruks eben die-sclbige Sorgfalt an, als auf dieArie. Die Ariette wird in denOpern zu sehr versäumt, da mandurchgehcndsnur große Arien macht.Eine Abwechslung von Arien undAnetten wäre um so viel besser, daes gar oft wider den guten Gc-schmak streitet, daß geringere oderbald vorübergehende Empfindungen,in eben der Ausdehnung sollen vor-gestellt werden, als die, welche dieHanptcmpfindungeu desDrama aus-machen.
Arioso.
Ein sehr einfacher Gesang, der nochals ein sich auszeichnender Thcil desNecitativs -kann angesehen werden.Wenn nämlich in dem Recitativ et-was vorkommt, das in einer mehrabgemessenen Bewegung soll vorge-tragen werden, als das übrige; einWunsch, ein lehrreicher Spruch, einrührendes Gemählde, dabcy mansich aber nicht lange aufzuhalten hat:so verändert der Tonsetzcr den ungc-mcßnen Gang des Recitatives, undgiebt dem Gesang einen deutlich be-merkten Takt. Die Worte werdenselten oder gar nicht wiederholt; eskommen darinn keine Läufe, keineSchlußcadenzen, keine Zergliederun-gen der Ausdrüke vor/ Mithin ist
das Arioso eine höchst einfache Arie.Es thut sehr guteWürkung, indemes das, was ein langes Recitativzu langweiliges haben konnte, ange-nehm unterbricht, und mit dem aus-gearbeiteten der Arie einen zufälligenContrast macht. Zu einer stillenfeyerlichen Empfindung scheint dasArioso weit tüchtiger zu scyn, alsalle andere Gcsangarten; und einefurchtsame Aeußerung seiner Gesin-nungen kann nicht wol anders, alsdurch dasselbe ausgedrükt werden.Ucbcrhaupt dienet es zu allen stillenund wenig wortreichen Empfindun-gen. So wie der Tonsetzcr das Ario-so mit viel Einfalt setzet, so mußauch der Sänger sich in dem Vor-trag der äußersten Einfalt, mitdem besten Nachdruk verbunden, be-fleißen.
Ariftophanes.
Ein griechischer Comödiendichter.Von seinen Lebensumständen weißman wenig. Das atheniensischeBürgerrecht wurde ihm streitig ge-macht, aber er behauptete es. Zuseiner Zeit besaß Athen die größtenMänner, denn er war ein Zeitgenossedes Sokrates und Perikles.
Damals scheint die Comödie nochkeine ordentliche Gestalt gehabt zuhaben. Weder die Anordnung derHandlung, noch eine ordentliche Ein-richtung der Bühne, noch die Wahr-heit und Entwiklung der Charaktere,war damals in der Comödie bekannt.Dieses muß man beym AristophaneSnicht suchen. Die Form seiner Co-mödie ist noch sehr barbarisch undmehr ein Possenspiel, als eine Hand-lung, in welcher sich Begebenheiten,Unternehmungen oder Charaktere,entwiklcn- Er führt zum Thcil,nach dem Gebrauch der alten Comö-die, würkliche, damals in Athen le-bende und unter den Zuschauern sichbefindende, zum Theil allegorische
Pcrso-