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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
213
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Key dem Rccitativ est Langeweile cmpffn-den, und sich nach dec Arie sehnen, nichterwiesen, daß die Thcilnehmung an demDrama von der letztem abhängt. Sorichtig diese Bemerkung an und für sichselbst ist: so läßt sie doch sich nur aufdas Sin-gespiel, als Singeipicl, nicht als Dra-ma? anwenden. Wer sieht denn nicht, daßiey jener Empfindung, nicht'die -Hand-lung, sondern nur die Musik, in Betrachtkommt? daß sie nur aus der Verglcichungder vrrschicdcncncn 'Arcen dieser letztementspringt? Und wird denn auch das Sin-gespiel je der Handlung, oder nicht viel-mehr nur der Musik wegen, dcsucht? Er-hielte das Drama überhaupt, und als sol-ches, nur durch die Arie Interesse: somüßte ein Drama, welches gar keine Mu-sik bat, auch ohne alles Interesse seyn.Indessen ist die Arie in dem Singcspiel decNeuem so alt, als das Singespiel selbst,und nicht erst, wie verschiedene kittcra-toren behauptet haben, von Ciccoginni,in seinem Jason, im I. 1640 hinzu ge-setzt worden. H. Artcaza, in s, Geschichteder Jtal Oper, B. >, S,-;8 U. f. d. d.llcbers. hat dieses ausführlich gezeigt. Aberfrevlich sind mit dem Verhältnisse Hersel-bcn zum Ganzen des Singcspielcs man-cherlei» Veränderungen vorgegangen. Inden frühesten Opern scheint kein Da Capsdabei) Statt gesunden zu haben. We-nigstens führt Brown , in s. Betrachtun-gen über Poesie und Musik, S. zzod. d. llcbers. eine Oper des Eolvnna, ausder Mitte dcS i?ten Jahrh. an, welchekeines dergleichen, und die, von Scar-latti, im I. 169z gesetzte Teodora, welchenickt bei) allen Arien dergleichen hat. —

Was die Setzkunst der Arie anbetrisi:so will ich wenigstens diejenigen Werke,welche von der Singecomposttion über-haupt handeln, oder darauf überhauptBezug haben, hier anzeigen, als:Anleitung zur Singccomposition, von Z.W. Marpurg, Verl. 1759. 4. — Vonder musikalischen Dcclamation (von Jae.Scdubak) Götl. 1775. 8. — Harmoni-scbes Svlbenmaß, Dichtern melodischerWerke gewidmet, und angehende» Sing-

eomponistcn zur Einsicht mit platten Vcp-spiclen, gespräcyweise abgefaßt, von Jos.Riepcl, RegenSb. 1776. O 2 Th. — I.P. Kirnbcrger Anleitung zur Singecom-posilion .. . . Berlin 1782.4. (Die übri-gen , in H. Gruners Litteratur der Mu-sik, Nürnb. 178z. 8. S.46. §.,8. als hic-her gehörig, angezeigten Schriften han-deln nicht von der eigentlichen Singe-Composition) — ?c,eri<gue ste Islolustoue p. kcär. Is Lomrc eis Is Ls-pöäe, 1784. is. 2 B. Einzele,zum Theil, feine Bemerkungen über dieTheorie der Arie finden sich in Algarvtti'sVers, über die Opera, S. 04z d. ll, —in des Planelli Werk, Dell' Opera inBusses, dlsp, 177z. 8. S- >4) U. f. —-in der Schrift des H. Chabanvn, 01-ler-var. iur la Aäuliczuc er princioalcinenrtür Is ^lersphz'siczue 6e I'srr, ?sr,-780.12. Deutsch von I. A, Hillcr, Leipz.178». 8. vorzüglich, in der zwcyten, sehrvermehrten Ausgabe derselben, unter demTitel: Oe Is Afiussgue conficieree eireile memo, er <isn8 ses rapport -i svecIs psrnlc, les lsngnes, Is I'velle etie Vtissrre, l>sr. 1785. 8. an v. St.Wer, indessen, etwas ganz Brauchbaresfür die Composition der «deutschen Arieliefern wollte, müßte vorzüglich untersu-chen, ob und in wie fern unsrc Spracheso gut, als z. B. die italienische, alledie Versetzungen, Wicderhohlungcn, undVerbindungen der verschiedenen Worte ei-ner Arie, wodurch die kunstreiche, musi-kalische Ausbildung einer italienischenOpemarie so sehr begünstigt wird, ver-trügt? Ob wir nicht leichter, als dieItaliener, den Sinn und Zusammenhangderselben, durch eine dergleichen Ausbil-dung, aus dem Gesichte verlieren, undverlieren müssen? Ob wir hierüber,durch die Musik, entschädigt werden? 11.d. »1. Ohne Rücksicht auf die Naturund die Eigenheiten einer Sprache, wird,bc» diesen) Theil der schönen Künste, allesRaisonnement zu leerem Geschwätz; unddas, was man gewöhnlich das Musikali-sche einer Sprache nennt, entscheidet, beizweiten), die Sache nicht alllein. —» —O z Arictte.