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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
212
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2iz A r »

lauftige Abhandlung gegeben Wirbegnügen uns, dem Langer folgen-de Anmerkungen zur ernsthaftestenllebcrlcgung zu empfehlen.

Vor allen Dingen bedenke er, daßer nicht darum singt, um den Zuhö-rer für seine Gefchiklichkeit einzuneh-men, sondern ihm das Bild einesvon Empfindung durchdrungenenMenschen auf das vollkommenstedarzustellen. Je mehr es ihm ge-lingt, den Zuhörer vergessen zu ma-chen, daß er nur einen Schauspieleroder Sanger vor sich hat, je größerwird sein Ruhm werden. Die ver-ständigem Zuhörer wollen nicht sei-ne Kehle, sondern sein Herz bewun-dern. Sobald sie merken, daß ersie von der Sache selbst abführen,und ihnen die Bewunderung seinerKunst abzwingen will, so werden siefrostig.

Dcßwegen wende er die ernsthaf-teste Bemühung an, den wahrenCharakter der Arie ganz zu fassen,jeden Gedanken des Dichters undTousetzers auf das sicherste zu er-greifen; diesem zufolge jede Shlbeund jeden Toir in seinem wahrenLichte darzustellen. Hat er übendemdie Gefchiklichkeit, durch selbst hin-zu gesetzte Töne den Ausdruk zu ver-stärken, so bringe er sie au, abernicht eher, bis er gewiß ist, daß siediese Würkung haben. Kanu erdieses nicht, so halte er sich le-diglich an dem, was ihm vorge-schrieben ist. Er hat noch genugan der besten Wendung der ihmvorgezeichneten Töne zu studiren.Ein einziger einfacher Ton, der indie Seele dringt, ist mehr Werth,als eine ganze Reihe künstlicher Lau-fe, die nichts sagen, als daß sieschwer zu machen sind.

*) S. dessen Anleitung zur Singkunst,nach Heren Agricola llebersetzung.S- I7-. u. s. s

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Da H. S. cinmahl die Ableitung de!Wortes, Arie geben wollen: so will ichnur erinnern, daß Rousseau, in s. Mu-sikalischen Wörterbuch, diese Ableitungein wenig gründlicher geliefert hat; undda der Artikel blos von der Vpernarieüberhaupt handelt: so Hütte des Duet,und des Tcrzct, wenigstens im Allgemei-nen , gedacht werden sollen. — Ausserdem, was unser Krause, in dem ange-führten Werke, von der natürlichen Her-beiführung der Arie, in dem Singspiele,sagt, sind in dem ksssl lue I'unlnir clola poolle er äe la ^ssuliguc, llar. 1765.>-. Deutsch im 8tcn B. der Unterhaltun-gen, gute Bemerkungen darüber zu fin-den, welche von Marmontcl, be» demArt. in der Encyclopedie, und ins. Klemens lie kicrcrarure, sehr bcnütztworden sind. In allen diesen Aufsätzenscheint aber vergessen worden zu seyn, daßder Ausbruch, auch der größten Gemüths-bcmegung, und die Art und Weise diesesAusbruches, in der Natur, nicht von derinnren Größe derselben allein, sondernimmer von den sie begleitenden, äußernUmstünden, mit abhängt, und von die-ser modifieirt wird. Die wenige Rück-sicht hierauf hat unstreitig, selbst den bes-ten Singspielen, den Vorwurf der lln-natürlichkcit von Seiten derjenigen zuzie-hen müssen, welche über die Natur dermenschlichen Leidenschaften nachgedacht ha-ben, und von der Darstellung derselben,Wahrheit verlangen. Daß wider dieseWahrheit nur zu oft gesündigt wordenist, würde sich sehr leicht erweisen lassen,-und es füllt wirklich ein wenig ins Lächer-liche, wenn man, unter andern, dieArien In unfern Opern durch die Chöre inden Trauerspielen der Alten rechtfertigenwill. Wckrc auch die Musik zu diesenvollkommen so beschaffen gewesen, wie siees bcy jenen ist: so stand denn doch da5Chor der Alten in einem ganz andernVerhältnisse zu dem Ganzen der Hand-lung, als, die Hauptpersonen in irgendeinem Drama, zu dem Ganzen desselbenstehen können. Auch wird, wahrlich,dadurch, baß die Juschauer einer Oper,

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