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de, so müssen bcyde, der Dichter undder Tonsetzer, die Arie so anordnen,daß das würklichc Ende derselben imAusgang dl's ersten Theils sich be-finde. Dieses ist eine leichte Sache,da bei) dein ersten Vortrag dies Endeden zweptcn Thcil unnatürlich ma-chen konnte. Am natürlichsten wirddie Wiederholung, wenn der zwcpteTheil so beschaffen ist, daß man amEnde desselben natürlicher Weise ineine Erwartung gesetzt wird, die durchdie Wiederholung des ersten erfülletwird. Dieses hat Herr Ramler inseiner Paßion in der Arie: Du -Heldauf den die Rocker zc. wol beachtet.Denn der zwcyte Thcil endiget sichmit der Frage: Wer roird alsdennmein Troster jch-n ^ Darauf folgetdurch die Wiederholung die Antwort:Du Held u. s. f.
Es giebt doch besondere Falle, wodie Ucberlegung dem Tonsetzcx vonder beschriebenen Form der Arie ab-zuweichen befiehlt. Nur schlechteKünstler, die keine Regel, als dieGewohnheit, kennen, binden sichüberall an das Gewöhnliche. Da-her sehen wir bisweilen, daß in Arien,wo der Dichter nichts hineingebrachthat, das einer besondern Aufmerk-samkeit werth wäre, der Tonsetzernichts bedeutende Ausdrüke eben sooft wiederholt, und schwache Em-pfindungen eben so zergliedert, alsandre mit wichtigen gethan haben.Dadurch aber werden sie abgeschmaktund frostig. Eben so einfaltig wer-den von vielen die nachdrüklichenErhöhungen des Ausdruks durch dieInstrumente angebracht. Sie ha-ben gesehen, daß es eine sehr guteWürkung thut, wenn an gewissenOrten, wo der Gesang sein mögli-ches zum Ansdruk gethan hat unddenn etwas pausirt, die Instrumen-te den Ausdruk fortsetzen und nochhoher bringen. Dieses verleitete sie,ohne alle Ucberlegung die Stimmebisweilen pausiren zu lassen, wäh-
Ari slr
rcnd welcher Zeit sie die Instrumenteeinige nichts bedeutende oder gardem Ausdruk entgegenstreitende Zier-rathen und Schnörkel, anbringenlassen.
Am allermeisten werden die Aus-dehnungen oder ^aufe übertrieben;davon aber haben wir in einem be-sondern Artikel gesprochen.
Ein gründlicher Tonsetzer bindetsich an keine Form so, daß er sichnicht, nach Beschaffenheit der Sachedavon entfernte. Er sieht allemalauf das Wesentliche des Ausdruks.Erfodert dieser starke und wenigeAeußerungen, so setzt er seinen Ge-sang stark, einfach und ohne Mode-verzierungen. Eilt der, dem derAusdruk der Empfindung in denMund gelegt wird, in seinen Vor-stellungen, so verweilt er nicht inseinem Gesang. Ist aber die Em-pfindung selbst so, daß man natür-licher Weise wortreich dabey ist, sozergliedert er alles in gehörigemMaaßc. In ernsthaften und etwasverdrießlichen Affekten, hütet er sichvor Ausdehnungen und vor Laufen,wenn die Worte auch noch so ge-schikt dazu waren. DieJnstrumcntelaßt er kein Geräusche machen, woeine Stille erfodert wird, laßt sienicht sanft gehen, wo die Empfin-dung brausend ist. Er verschwen-det den Reichthum seiner Instrumen-te nicht so, daß er glaubt, es müs-sen alle mitspielen, sondern nimmtnur gerade die, welche der Ausdrukerfodert.
Was sonst ein durch den gutenGeschmak geleiteter Tonsetzer über-haupt bei) glüklichcr Erfindung undAusarbeitung der Arien überlegt, istin dem Artikel, Ausdruk und Sing,stük, schon ausgeführt worden.
Von dem besondern Studio desSangers zu einem vollkommenenVortrag der Arie hat Tosl eine wcit-
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