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ruht die Stimme etliche Takte laug,damit der Sanger wieder frcy Athen«holen könne. Wahrend dieser Zeitmachen die Instrumente ein kurzesZwischenspiel, in welchem die Haupt-punkte dcsAusdruks wiederholt wer-den ; hierauf fangt der Sanger wie-der an, die Worte des ersten Thcilsnoch einmal zu zergliedern, und haltsich vornehmlich bcy dem Wesentlich-sten der Empfindung auf; alsdeunschließt er den Gesang des erstenThcils; die Instrumente aber fahrenfort den Ausdruk immer mehr zu be-kräftigen, und schließen endlich denersten Theil der Arie.
Der andre Theil wird hernach oh-ne das viele Wiederholen und Zer-gliedern, das im ersten Theil stattgehabt, hinter einander abgesungen,nur daß die Instrumente ab undzu, bcy kurzen Pausen der Singc-stimmc den Ausdruk mehr bekräftigen.Wenn der Sänger ganz fertig ist,so machen die Instrumente wieder einRicorncl, nach welchem der ersteTheil der Arie noch einmal eben wiezuvor wiederholet wird. Dies ist dieallgemeine Forin der heutigen Arien.
Man muß gestehen, daß sie demZwek der Musik sehr gemäß und vcr-nünftig ausgedacht ist. Das Ricor-ncl läßt dem Sänger, der durch dasvorhergehende Rccitativ etwas ermü-det worden ist, Zeit, Athem zu ho-len und sich zu einem guten Gesangvorzubereiten; zugleich wird der Zu-hörer in die gehörige Fassung undnöthige Aufmerksamkeit gesetzt. In-dessen bindet sich der Tonsetzer nichtallemal an diese Gewohnheit; son-dern läßt bisweilen die Singestimme,ohne alle Vorbereitung, anfangen.Dieses ist bcy gewissen Gelegenheiten,wo die Affekte recht heftig sind, vonsehr guter Würkung, wie jedermannin der Opera Cinna, welche in Ver-lin aufgeführt worden, bey der schö-nen Ana, O blumi, conliAlio intanto peri'Alio, empfunden hat.
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Daß der erste Theil der Arie an-fanglich ununterbrochen abgesungenwird, wobcy die Instrumente mei-stens schweigen und nur hie und dader Stimme einen Nachdruk geben,hat auch seineu guten Grund. Dennauf diese Weise übersieht man denersten Theil geschwind und wird indie gehörige Fassung gesetzt, das zuempfinden, was der Dichter und derTonsetzcr uns wollen empfinden ma-chen. Erst alsdenn sieht man, wor-auf es in der Arie hauptsachlich an-kommt. Darum wiederholt alsdennder Sänger die kräftigsten Ausdrükc,brmgc sie in verschiedenen Tonartenund mit veränderten Wendungenvor.
Dieses ist der Natur der Empfin-dungen gemäß, die immer wiederauf denselben Hauptgegenstand, dersie hervorgebracht hat, zurük kom-men und ihn aus allen Ansichten be-trachten. Eben dadurch aber be-kommt auch der Zuhörer Zeit, sichvöllig in den Affekt zu setzeil. Wennder Sänger den Schluß gemacht hat,so geben die Instrumente der Empfin-dung noch den letzten Nachdruk.
Weil der zweyte Theil der Arieinsgemein nur eine besondere Anwen-dung des ersten ist, in welchem dieEmpfindung schon erschöpft worden,so wird dieser Theil mit weniger Um-ständen abgesungen, und insgemeingiebt der Tonsetzcr durch die Verän-derung der Tonart, oder des Zeit-maßes, in diesem Theil dem Ausdrukeine neue Wendung.
Die Wiederholung des erstenThcils, welches das Da Lapc> ge-mimt wird, hat vermuthlich keinenandern Grund, als die Begierde,das, was man einmal gut ausge-drükt hat, noch einmal hören zu las-sen. In der Musik geht alles ziem-lich schnell vorbey. Die Wiederho-lung macht, daß wir die Hauptaus-drüke der Arie desto besser behalten.Damit sie aber nicht unnatürlich wer-bt,