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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
209
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A r!

phe zum Singen in Noten gesetzt,oder würklich abgesungen.

Manclimal rverdeiz die Empfin-dungen (in einem musikalischen Dra-ma) so stark, und die Gemachs«bervezung rvird so grofi, daß rviveher nicht zufrieden sind, bis rviruns derselben ganzlich entladen,und das Herz recht weirläufiig aus-geschüttet haben. Dieses geschiehtnun in einer Arie. Der Hoernimmt dazu ein lyrisches Splben-niaast; allein unter vielen Gedan-ken und^Vorten, liest er nur einigelvenize, und zrvar diejenigen aus,rvclche den Affekt gleichsam in ei-nem kurzen Inbegriff schildern,oder doch dem Lssnfikus zu Oeffenvölliger Darstellung Anlast undGelegenheit geben *). Diese weni-ge Worte enthalten die ganze Theo-rie der Arie.

Weil sie für einen förmlichen, mitallen Verzierungen der Musik ge-schmükten Gesang verfertiget wird,so ist offenbar, daß ihr Inhalt eineErgicßung des Herzens sepn müsse.Denn nur in dergleichen Fallen istes einem Menschen natürlich, seineSprache in einen Gesang zu ver-wandeln. Die Arie ist voll der Vdeund der Elegie nur darinn unterschie-den, daß sie die Empfindung kür-zer und gleichsam nur auf einen Punktzusammengedrängt schildert.

Sie crfodcrt demnach einen großenDichter, der den ganzen Umfang ei-ner Empfindung in wenig, aber sehrwohlflicßendcn Ausbrüten zu schil-dern vermag. Eine zu heftige undzugleich unruhige Leidenschast, dieüberall Gelegenheit sucht, auf ver-schiedene Weise auszuschweifen, schi-ket sich zur Arie nicht, weil die Ein-heit der Empfindung, die hier no-thig ist, in diesem Fall nicht wolkonnte beybehaltcn werden. Daherder angeführte Schriftsteller gründ-est Krause von der musikalischen Poesie.

S. 2Y.

Erster Theil.

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lich erinnert *), daß die Aeußcrungsolcher strohmenden Leidenschaftenbesser in den so genannten Accom-pnguamemcn ausgedrükt werde.

Alle besondere Regeln, welche derDichter bcy Verfertigung der Arie inAcht zu nehmen hat) sind im achtenHauptstüke des angeführten Werksso vollkommen gründlich und deut-lich ausgcführet, daß uns nichtshinzu zu thun übrig bleibet. Wiebegnügen uns alfo den Leser dorthinzu weisen. Dieß einzige wollen wiranführen, daß die Arie aus zwei)Thcilen, oder eben so viel Sätzenbestehe. Der erste enthalt die allge-meine Aeußeruug der Empfindung?der andere aber eine besondere Wen-dung derselben. Oder wenn der erstedas Besondere der Empfindung aus-bricht, so enthält der andere das All-gemeine derselben. Denn auf dieseWeise hat der Tonsetzcr Gelegenheit,den Ausdruk am vollkommensten zubearbeiten. Ueberhaupt ist die Arieam vollkommensten, wenn der ersteTheil mit dem zweyten einen Gegen-satz ausmacht.

Es wäre zu wünschen, daß bietTonsetzer eine eben so gründliche An-leitung für ihre Bearbeitung der Ariehätten, als die ist, welche man demDichtern gegeben hat. Aber in die-sem Stich, wie in sehr vielen andern^ist die Theorie des Tonsetzens über-aus versäumt worden.

In Ansehung der äußerlichen Formder Arie haben die welschen Tonsetzereine Mode eingeführt, die beynahezum Gesetz geworden ist. Zuerstmachen die Instrumente ein Vorspielsdas Ricornel genannt, in welchemder Hauptausdruk der Arie kürzlichvorgetragen wird; hierauf tritt dieSingestimme ein, und singt den er-sten Theil der Arie ohne große Aus-dehnung ab; wiederholt hernach dieSatze und zergliedert sie; alsdeim

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5) Am angezogenen Orte. S. iz-.

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