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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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107
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merkt worden, sehr selten, und dieserhöchst wichtige Theil der Kunst istnoch zu unvollkommen, und erwar-tet Künstler von besonders glüklichemGenie, um sich empor zu heben.

Die Einmischung der Allegorie inhistorische Gemahlde ist von zweyer-ley Art. Entweder eine bloße sym-bolische Bezeichnung der Personen,der Ocrter, der Zeiten, oder eineEinführung allegorischer Personenunter die historischen. Uebcr die er-sicre Gattung ist bereits kurz hicbe-vor gesprochen worden. Wir merkenhier noch dieses an, daß es allemalbesser ist, den Mangel guter symbo-lischer Zeichen lieber durch eine wolangebrachte Schrift, als durch er-zwungene Hieroglyphen zu ersetzen.So haben es Raphael und Poußingemacht; jener in einem Gemahldeder farnesischen Gallcrie, wo mandie Hauptperson, und folglich denInhalt des Gcmahldes hatte verken-nen können, wenn nicht der Mahlerdurch Anbringung der Schrift:NUZ uns« latinum; deutlich angezei-gt Hatto, daß das Gemahlde dieVenus mit dem Anchises vorstellt.Eben so vortheilhaft hat der fran-zösische Mahler den eigentlichen Geisteines seiner Gemahlde durch diese,auf ein vorgestelltes Grabmal ge-schriebene Worte: Auch i-th rvar inArcasin, angezeigt *). Die andereGattung wird von einem feinenKunstrichter ^), als etwas widersin-nischcs und unnatürliches, ganzlichverworfen. Man kann seine Grün-de an dem angeführten Orte nachle-sen- Sie sind so stark, daß man ihmschwerlich den Beyfallversagen kann.Indessen ist dieses, so wie die Ein-mischung der Mythologie in die heu-tigen Oden f) eine Sache des Gc-

*) S. <lu Los Neil, tur !>> xoelie cl lapeinr. ?. I. tesl. 6.

G. Du Los.

f) S. Mythologie.

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fühls, dle man denen lassen kann,die sich daran vergnügen.

Doch scheinet dieses auf der an-dern Seite eine gegründete Federungzu seyn, daß allegorische Personennicht sollten Antheil an der Hand-lung nehmen. Es scheinet, daß das,was oben von dein Gebrauche derallegorischen Wesen in dem Gedichteist erinnert worden, auch dem Mah-ler zur Regel dienen konnte. Wienun ein Dichter, der einen schlauenLiebcsstrcich beschrieben hat, gar wolhinzusetzen konnte, daß Venns unddie Liebesgötter sich darüber gefreuethaben; so konnte auch ein Mahlcr,wenn er einen solchen Streich histo-risch und von bekannten Personenvorgestellt hätte, wie es scheinet, ohneAnstoß den geistreichen Einfall dabeyanbringen, wodurch Alban seinemGemahlde von dem Raub der Pro-serpina ein großes Leben gegeben hat.Man sieht auf diesem Gemahlde denPluto mit der entführten Proscrpinadavon eilen. In der Luft sieht maneinige Liebesgötter, die durch ihrTanzen und allerhand kindischenMuthwillcn eine große Freude zn er-kennen geben. Auf der andern Seitesieht man die Venus, zu welcherAmor voll Freude hinfliegt, um sieglükwünschend zu küssen *). Diesesist gewiß eine der artigsten Einmi-schungen allegorischer Personen in einhistorisches Gemahlde, welches wolschwerlich von irgend einem Kennerwird gcmißbilliget werden. Sickannzum Muster dienen, wie eine soschlüpfrige Sache mit vollkomme-nem Vcyfalle könne behandelt wer-den. Hatte Rubens in der Gallerievon Lupenburg die Einmischung derAllegorie mit so viel Geist behandelt,als Alban gczciget hat, so würdeoü Dos vcrmuthlich weniger Abnei-gung

*) S.Gemllhldc der königlichen Galleriezu Dresden.