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zu schotten allegorischen Gcmahldenkommen.
Der dritte Weg durch bloße Sinn-bilder, ist der schwerste, aber auch,wenn er glüklich betreten wird, dervollkommenste; indem er am weite-sten führt. Wer durch diesen Wegdie Gewalt und die mancherlei) selt-samen Würkungen des Glüks vorstel-len wollte, müßte es durch lautererdichtete Bilder thun, neben denennichts wahres oder eigentliches stün-de, wie in den Heyden vorhergehen-den Bcyspielen. Daher werden der-gleichen Vorstellungen, reine Allego-rien gcncnnt. Das Glük würde z. E.als eine Gottin auf cincin Thronsitzen. Man würde ihr solche Atcri-dura geben, wodurch verschiedeneZüge ihrer Macht sowol, als ihresEigensinnes angedeutet würden. EinZauberstab in der Hand, konnte dieschnelle und wunderbare Würkungenihrer Macht ausdrükcn. IhrenThron konnte man schwebend, undvon den verschiedenen, in allegori-scher Gestalt erscheinenden Windengetragen, vorstellen, um sowol dieSchnelligkeit, als die Unbeständig-keit ihrer Wendungen auszudrükcn.In dem Gesicht und in der Stel-lung konnte Wankclinuth, Eigensinn,Frechheit und Unbesonnenheit aus-gedrückt werden. Wollte man dieVorstellung ausführlicher machen,so könnte in verschiedenen Nebcnbil-dcrn noch viel angezeiget werden.In dem Gefolge der Göttin könntenReichthum und Armuth, Hoheit undEclaverey, und verschiedene Bilderdieser Art erscheinen. Vor ihr herkönnte die Sicherheit ziehen oder et-was ahnliches, um anzuzeigen, daßdas Glük unerwartet kömmt, undverschiedenes von dieser Art.
An dergleichen allegorische Vorstel-lungen aber muß sich kein Künstlerwagen, als der sich getrauet in dasHeiligthum der Kunst zu dringen, woApclles und Raphael zu allen Ge-
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heinmissen derselben sind eingeweyhetworden. Denn hier gikt fürnehm-lich, was -Hora; von den Dichternsagt:
— meiliacriduz csse UoccisIston bominez, noia <l!!> non con»cetlerc cnlumnzc.
Eben deßwegcn, weil die reine Alle-gorie, wenn sie gut ist, das Höchsteder Kunst ausmacht, so wird sie,wenn sie in ihrer Art schlecht ist, zumverächtlichsten derselben.
Der Gebrauch der Allegorie ist viel-faltig. Die Baukunst bedient sich ih-rer, um ihren Werken Zeichen ihrerBestimmung einzuprägen. So wirdsie in denMerzicrungen des dorischenFrieses gebraucht, wo die Widdcr-köpfc und Opfcrschaalcn sich zu Tem-peln; Schilder und Waffen, wie andem Fries des Berlinischen Zeughau-ses, zu Kriegsgcbaudcn; Warn-schilder, Zepter und Kronen, wie andem Fries des Berlinisches Schlos-ses, zu Pallästen der Monarchen,schiken. Durch dergleichen allego-rische Verzierungen, die anverschiede-dencn Theilen der Gebäude anzu-bringen sind, können selbige auchzugleich einen bestimmten Charakter,lind, wenn es erlaubt ist, sich so aus-zudrüken, ihre eigentliche Physiono-mie bekommen. In dieser Kunst aberkann die Allegorie nicht nur in Zicr-rathcn, sondern auch inganzcnWer-ken angebracht werden. Statuenund Gemahlde, in Tempeln, in Ge-richtshöfen und andern öffentlichenGebäuden, können mit großem Vor-thcil angebracht werden, um denHauptzwck der Künste zu erreichen*).
Die Alten haben die Allegorie hau?fig zur Bezeichnung ihrer Gcräth-schaften angebracht; Leuchter, Lam-pen, alle Arten der Gefäße, Tische,Stühle, wurden vielfältig mit alle-gorischen Bildern ausgeziert. Sol-che Allegorien haben frcylich keinenG 5 betracht-
H S- Künste.