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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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lich nock) an mehrcm Orten diesesWerks vorkomnieu wird, aber nichtzu oft wiederholt werden kann. Esist ein großer Mißbrauch der Kunst,daß noch so sehr dnrchgchcnds einvollkommener Pinsel mehr, als einevollkommene Erfindung gelobt wird.Dieses heißt Mittel ohne Rüksichtauf den Endzwek fchazcn. Die mei-sten Kenner gleichen dem Geizhals,der sich blos im Besitz eines Mittels,das er niemals zu gebrauchen ge-denket, selig preist. Die glüklicheErfindung einer wichtigen Allegoriegiebt einem Gemahlde einen größernWerth, als es selbst von TitiansPinsel erlangen würde, wenn diesernicht mit höherm Verdienst verbun-den ist. Aber die Laufbahn, die nachdiesem Ruhme führet, kann nur vonGenien der ersten Größe glüklich be-treten werden. Wenige sind hierumglüklich gewesen, und dieser Theilder Kunst ist wahrlich die schwacheSeite der neuen Zeichner, und nochmehr Blöße zeigen die Liebhaberhierum. Man fahrt noch immerfort,die elenden und zum Theil kindischenErfindungen des Giro Vcnius, wel-che wichtige Lehren des Horaz aus-drüken sollen, zu loben. Merke es,Samiyler der Kupfer! Ich sagenicht, daß Benins ein schlechterZeich-ner gewesen, sondern daß seine Ho-razischcn Sinnbilder elende Erfin-dungen scyen.

Man kann die ausgeführter-.'« alle-gorischen Vorstellungen in Ansehungdes Inhalts in drey Gattungen cin-theilen. In physische, in moralische,und in historische. Es ist der MüheWerth, hierüber etwas umständlichzu scyn. Physische Vorstellungen sindsolche, da ein Gegenstand aus derNatur in einem etwas ausführlichenallegorischen Gemahlde vorgestelltwird. Eine Jahrszeit, die Nacht,oder eine andre Tageszeit; eines derdrey Reiche der Natur; die Naturselbst, im Ganzen betrachtet, und

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dergleichen. Wir sprechen hier nichtvon blos einzeln Bildern solcher Ge-genstande, sondern von ausführli-chen Vorstellungen, die im Gemahldedas sind, was Kleists Frühling,oder Zacharias Tageszeiten, in derDichtkunst. Solche Gemahlde stel-len einige der wichtigsten Eigenschaf-ten des Gegenstandes, den sie mah-len, vor. Hatte Pesue seinen Vor-satz ausgeführt, ein Dekengemählde,das er in Rheinsberg "), gemahlthat, und darum der Anbruch des Ta-ges vorgestellt ist, in Kupfer azen zulassen, so würde dasselbe hier als einschönes Veyspiel dieser Art könnenangeführt werden. Dergleichen Vor-stellungen können eben so ausfürlicheVildcrnatürlicher Gegenstande geben»als die sind, die Dichter uns vor-wählen. Sie sind.gemahlte Gedichte,deren Inhalt aus der sichtbaren Na-tur genommen, aber mit sittlichenund pathetischen Gegenständen unter-menget ist.

Die zwcyte Gattung dieser Vor-stellungen kann die moralische ge-nennet werden. Sie stellt allgemei-ne Wahrheiten und Beobachtungenaus der sittlichen Welt .vor. So istdie Beobachtung, daß Drchckunftund Musik große Kraft haben, dieL.icbe hervor 5» bringen, auf ei-nem geschnittenenStein *") allegorischalso vorgestellt. Amor bittet denApollo inständig und etwas unge-duldig, ihm seine Leyer zu geben.Auf einem andern bekannten Steinreitet Amor auf einem Tygcr oderLöwen, um anzudeuten, daß die Lie-be auch die wildesten Gcmüther zahmmache. Diese Allegorie kann mehroder weniger ausführlich feyn- Das

schon

") So klein dieser Ort ist, so bekanntmuß er dadurch sc»n, daß einer dergrößten jcktlcbcndcn Monarchen sichdaselbst zu den großen Tdatcn vorberei-tet hat, die hernach vor unfern Äugenausgeführt morden sind.

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