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die Zeit auszudrüken, so wird ihmnoch überdem das Stundenglas,oder ein anderes Zeichen dieser Art,nicht unnutze seyn; weil erst diesesuns gleichsam den Namen des Bil-des angiebt, dessen Eigenschaftenhernach aus seinem Charakter zu er-kennen sind. Der Zeichner ist hierinnungemein viel eingeschränkter, alsder Dichter. Dieser bringt seineAllegorie in dem Zusammenhang an,der leicht auf die Deutung derselbenführet: jener muß gar zu oft seinWild allein hinsetzen, wo außer ihmnichts ist, das seine Deutung erleich-tert. Darum muß er nothwendig.nuf Nebensachen sehen, die diesesthun. Nur muß er, wie gesagt, sichdamit nichr begnügen, sondern aufdas Große im Ausdruk arbeiten.Wenn das, was man uns von derGeschiklichkeit der alten Mahler undBildhauer berichtet, wahr ist: so ha-ben viele derselben den Geist gehabt,Bilder, wie wir sie hier fodern, würk-jich zu machen; so muß ihnen in derAllegorie, dem schwersten Thcile derKunst, nichts unmöglich gewesenseyn. Konnte Luphranor den Pariaso mahlen, daß man in ihm denSchiedsrichter der Schönheit, denEntführer der Helena, und zugleichden, der den Achilles erlegt hat, er-kannte*); so müßte wahrlich demtLnphranor in der Allegorie nichtszu schwer gewesen seyn. Wir habenan einem andern Orte"*) unsre Mcy-nung über diese und ahnliche Nach-richten von der Kunst der Alten ge-sagt. Aber es ist in Wahrheit demGenie mehr möglich, als der Ver-stand begreift, und deswegen nichtohne Nutzen, daß neuere Künstlerdurch das Beyspicl der alten, wennes auch übertrieben ist, gereizt wer-
-) Lupbrsnoris ^lexantier psris ell, inipw laucikrul', Piocl ninnis tunul in-rcllizzncui', inäcx Oesrum, anizrorIwtenae er »men^ekitlii isieikeüor.Min, I.XXXIV. U.
S. Antik.
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den. Kunsirichter müssen es machell,wie der Philosoph Diogenes in derMoral; sie können immer den Tonetwas zu hoch angeben *).
Es wäre zu wünschen, daß jemanddie allegorischen Bilder der Altenausallen Schriften und Cabinetten zu-sammen suchte, und daraus c nebessere Iconologie machte, als dieRipa gegeben hat. Ost fehlt einemKünstler von Genie nichts, als daßer wisse, was andern vor ihm schonmöglich gewesen. Hatten doch Lestsing und Rlorz, die so manchenSchriftsteller durchsuchten, tun eineneben nicht sehr wichtigen Streit fort-zusetzen, ihre Bemühungen hieraufgewendet!
Den nächsten Rang nach den ein-zeln allegorischen Bildern nehmen dieallegorischen Vorstellungen ein, wel-che gewisse Lehren oder allgemeineSatze ausdrükcn. Hier gilt der sogar oft zur Unzeit angeführte Aus-spruch des Hora;:
Legoius irrirünc snimos llemilla
per zurcin(>usm gu»o tune ocul>5 tubicAzllllclidus. —
Wenn übrigens ein allegorisches Ge-mahld eine Wahrheit mit nicht mehrKraft sagt, als es durch den Aus-druk der Rede würde geschehen seyn,so hat es den Vorthcil der Lebhaftig-keit; well wir hier sehen, was wirdort blos in Verstände, oder in derEinbildungskraft, dem bloßcnSchat-ten der Sinnen, vor uns haben.Kommt zu diesem Vorthcil der alle-gorischen Vorstellung noch die inner,liehe Vollkommenheit derselben, sowird ihre Würkung so stark, daß siealle poetische Kraft weit übertrifft;und hierinn liegt eben derhöchste Cnd-zwek der Kunst.
Es sey mir vergönnt, hier eineAnmerkung zu machen, die vermuth-G s lieh
») S. vloz. in dein Leben bei
MvjicneS.