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Dergleichen Hieroglyphen schließenwir von der Allegorie aus.
Doch müssen wir, um dem Ge-branch, und vielleicht auch derNoth-wendigkcit, etwas nachzugeben, hier-über nicht allznstrenge seyn. Es istmanches hieroglyphisches Bild sounwiderruflich in die Allegorie aufge-nommen worden, daß es durchgc-hends für würklich allegorisch gehal-ten wird. Eine weibliche Figur mitSpieß und Schild, cincin Helm aufdem Kopfe, ans welchem eine Nacht-eule sitzt, und mit einem Brusthar-nisch, ist kein natürliches Zeichen derWeisheit, und also keine wahre Alle-gorie : indessen ist es unwiderruflichdafür angenommen. Man ist es ge-wohnt, vielen blos hieroglyphischenZeichen der Alten den Rang der wah-ren allegorischen Bilder zu lassen,weil wir von Kindheit auf so darangewohnt werden, daß sie uns wienatürliche Zeichen vorkommen.
Bcy dieser Gelegenheit ist hierauchnoch vorlaufig zu erinnern, daß inder Absicht, in welcher die redendenund zeichnenden Künste die Allegoriebrauchen, sich ein Unterschied findet,der diesen etwas mehr Freyheit alsjenen erlaubt. Die Rede kann sichüberall des eigentlichen Ausdruksbedienen, und geht dcßwegcn davonnicht ab, als wenn es mit merklichemVortheil geschieht. Es würde einFehler seyn, die allegorische Sprachezu brauchen, wo sie nichts andersausrichtet, als die gemeine Sprache.Die zeichnenden Künste haben für all-gemeine Begriffe und Satze keine ei-gentliche Sprache. Also ist ihnen er-laubt, wenn es auch ohne Verstär-kung des Nachdruks geschieht, alle-gorisch zu seyn, und ihre Zeichen blosin die Stelle der geineinen Sprachezu setzen. Es ist nicht allemal einFehler, wenn ihre Allegorie die Sa-chen nicht starker sagt, als der ge-meine Ausdruk der Rede. Wennz. B. auf einer alten römischen Schau-
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münze das Reich unter einer zu Bo-den gesunkenen Person vorgestelltwird, die durch den Kaiser Vespa-sianus wieder aufgerichtet wird, sosagt diese Allegorie nicht das gering-ste mehr, auch init nicht mehr Kraft,als der eigentliche Ausdruk der Spra-che, er hat das gefallene Reick rvie-0er hergestellt, sagen würde. Hiermuß dem Zeichner schon zum Ver-dienst angerechnet werden, was bcydem Redner noch keiner wäre. Manmuß also in zeichnenden Künsten >das schon für Allegorie gelten las-sen , was in den redenden noch ge-meiner Ausdruk wäre. Indessenverdienen immer diejenigen Allego-rien unsere vorzügliche Achtung, wel-che allgemeine Sachen nicht blosverstandlich, sondern auch noch mirKraft und ästhetischem Vortheiltausdrüken.
Nun wollen wir die Gattungender Allegorie naher betrachten. Nachdem Unterschied ihrer Bedeutungsind sie von zweyerley Art: entwederstellen sie uns blos einen einzigen un-zertrennbaren Gegenstand vor; einunsichtbares Wesen, einen Begriff,eine Eigenschaft — oder sie verbin-den deren mehrere, um eine Hand-lung, eine geschehene Sache, odereine aus vielen Begriffen zusammen-gesetzte Vorstellung auszudrüken.Die erste Art wollen wir allegorischeZöilder» die andere Art allegorisckoVorstellungen nennen. Sehen wirauf den Unterschied in der Materieder Allegorie, so ist sie auch vonzwey Arten. Die eine nimmt ihreBilder ganz aus der Natur, indemsie z. B. die Arbeitsamkeit durch eineBiene vorstellt; die andere erdichtetdie Bilder ganz oder zum Theil. Je-ner sollte man denNamen des Sinn-bildes geben, dieser aber den Namender eigentlichen Allegorie.
Wir betrachten also zuerst die alle-gorischen Bilder, sie seyn Sinnbilderoder eigentliche Allegorien. Die ge-meinste