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deutsch, mit Zusätzen, Lechz. 1779.8. guteDienste leisten. — —
Allegorie in zeichnenden Kün-sten. Eigentlich können diese Kün-ste nur cinzele Dinge, und von Be-gebenheiten nur das, was auf ein-mal, oder in einem untheilbarenAugenblik hervorgebracht wird, vor-stellen. Durch die Allegorie wird dar-in das Unmögliche möglich gemacht.Allgemeine Begriffe werden durch ein-zele Gegenstande, und aufeinanderfolgende Dinge auf einmal, vorge-stellt. Die Allegorie in den zeichnen-den Künsten ist von der höchstenWichtigkeit, weil sie dadurch ihrehöchste Kraft erreichen. Zwar giebtes Liebhaber, die eine starke Abnei-gung gegen die Allegorie in derMah-lcrey haben; und es ist nicht zu leug-nen, chaß die meisten allegorischenGemahldc diese Abneigung zu recht-fertigen scheinen. Entweder sind sieohne Geist und Kraft blos von will-kührlichen, mehr hieroglyphischen, alswürklich allegorischen Bildern, zusam-mengesetzt, oder so unverständlich,daß nur ein Ocdipus ihre Bedeutungerratheu kann. Dieses aber beweistblos, daß schlechte Allegorien keinenWerth haben. Würden Kenner derNatur und des Alterthums denKünstlern bcystehen, so könnte dieseArt leicht zu einer größern Vollkom-menheit gebracht werden. Wir wol-len uns deßwegen nicht verdrüßenlassen, diese Sache in die genauesteUntersuchung zu nehmen.
Hier ist die Allegorie die Vorstel-lung des Allgemeinen durch das Ein-zele, oder Besondere. Einen beson-dern Fall vorstellen, da ein Menschgerecht oder wohlthätig handelt, diesist der gemeine oder natürliche Aus-druk der zeichnenden Künste; aberdie Gerechtigkeit oder Wohlthätigkeitallgemein und durch natürliche Zei-chen vorstellen, ist Allegorie. Sie
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ist aber nicht blos auf Begriffe ein-geschränkt, sondern crstrekt sich auchauf ganze Vorstellungen, darinn ver-schiedene Begriffe in Eins verbun-den werden; sie kann allgemeineWahrheiten vorstellen, und wird da-durch zu einer würklichcn Sprache.Sie ist von der Sprache wesentlichdurch die Natur der Zeichen unter-schieden, die in der Sprache will-kührlich, in der Allegorie natür-lich sind. Daher ist die Sprachenur denen verständlich, die vonder Bedeutung der Wörter unter-richtet sind; die Allegorie muß, ohneUnterricht über die Bedeutung, ver-ständlich seyn. Sie ist eine allge-meine Sprache, allen Menschen vonNachdenken verständlich, wenn siegleich keinen Unterricht darinn gehabthaben.
Man muß sie nicht mit der Bil-dersprache verwechseln, die durchwillkührliche Zeichen spricht. Dieserwollen wir den Namen der -Hiero-glyphen zueignen. Sie kommt mitder gemeinen Sprache darinn übercin,daß sie nur denen verstandlich ist,welchen die Bedeutung ihrer Zeichenerklärt worden ist. Es ist um soviel nöthiger, diese Begriffe genauzu fassen, da sie oft selbst von Ken-nern verwechselt werden. Ein sol-cher hat, zum Beyspiel, eine Erfin-dung des Augustin Carraclie, alseine schöne Allegorie gelobt, die keineAllegorie, sondern eine Hieroglyphe,oder ein so genanntes Uebus, einbloßes Wortspiel ist. Das Gemahl-dc stellt denGottPan vor, denAinorüberwunden hat, und dieses soll denallgemeinen Satz ausdrüken, die LAe-be überwindet alles Die ganzeErfindung gründet sich darauf, daßder Name des Gottes pan in dergriechischen Sprache alles bedeutet.
Der-
kicliarällm. Oelcriprion llss ti >bl »uxTom. III. Vzrc. I, g. 50.