Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
91
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beysteht, um zum Besitz der PrinZessinn Glo-riana (des wahren Ruhmes) zu gelan»gen. llebrigcns liegt den Allegorien desGedichtes nicht immer ein wirklicherSinn zu Grunde; oder nicht immer läßtbey ihnen sich etwas denken. So wird,z. B. in der Schilderung der KöniginnAlma (Seele, L. II. Lanc. 9. Str. 21.u. f.) der Körper als ihre Burg, und dieverschiedenen Thcile desselben, als dieThcile dieser.Burg, die Zunge als derThürsteher, die Nase als das Fallgatter,der Mund als das Thor, und die Zähne,als die Wache darin dargestellt, welche,indem die Königinn bey ihnen vorbeygeht,aufstehen, und ihr ihre Ehrfurcht bezeu-gen. Eben so finden in der Schilderungder Küche in dieser Burg ( des Magens,und Unterleibes) sich Dinge aus denwirklichen Küchen der Zeit, welche kei-ncswcgcs das Gegenbild der, von demDichter abgezwecktcn Darstellung diesesTheilcs des menschlichen Körpers sind,lind im ;ten Ges. des 4ten Buches, Stro-phe zo u. f. kommt Scudamore zu demWohnsitze des Kummers, das heißt, erwird aus einem glücklichen ein unglückli-cher Mensch; allein der Dichter hat ihnschon vorher als einen höchst leidenden dar-gestellt. Besonders aber macht die Ver-mischung der allegorischen Wesen dieserArt mit den Wesen, und den Bildernaus der christlichen Offenbarung eine un-angenehme Wirkung. Seine Duessa(L. I. Lgnr. 7. Str. >6 u. f.) ist aus denBegriffen von einer romantischen Zaubc-rinn, und dem rothen Drachen und' dergroßen, in Scharlach gekleideten Hure,aus der Apokalypse zusammen gesetzt; inder Burg des Orgoglio (IZ. I. Oanr. 8.Str. z6) findet Arthur, unter einem Al-tar, „die Seelen derjenigen, welche er-würget waren, um des Wortes GvttcS„Willen," die unaufhörlich Gott umRache anrufen; ein Eremite zeigt, voneinem Berge, welcher, wie der Lichtersagt, höher als der erhabene OlivcS oderParnassusist, dem rothbckreuzten Ritterdas neue Jerusalem; und in dem Gebie-thc von Una s Vater finden wir den Baum

All 9!

der Erkenntniß und des Lebens, aus wel-chem ein heilbringendes Wasser entspringt.Mehrere Bemerkungen über die dichter!,sche Ausführung f. Allegorien finden sichim roten Buche des Polymctis; und be-sondre kemarlcs vu Lpewler's ?oems»I-onä. -7Z4. hat Jortin, so wie Ob-tervsr. on rke (Lueen. . . Oonä.1760. g. 2 B. vcrm. 1762. z. 2B. hatWarten geschrieben. Auch Hughes hat s.Ausgabe der Werke des Lichters, l.onck.171;.-2. 6 B. ktemsrlcs on rkie V-ir^duccn vorgesetzt, und in den Briefenüber die Merkwürdigkeiten der Littcratur,Schlesw. 1766. 8> erste Samml. S. 21.47 u. f. finden sich feine Anmerkungen überden Plan derselben. S. übrigens denArt. 'HelSengedicHt. — Durch Spen-scr wurde, einer Seits, die allegorischeDichtcrey, in England, in Rücksicht aufUmfang, zur Vollkommenheit gebracht;aber, anderer Seits, verlor sich mit ihmauch der Geist derselben, und der Gc,schmack daran. Wenigstens zeigen diespätem Gedichte dieser Art nichr mehr soviel Anhänglichkeit daran. Fletchcrs?ur-xle Islsnä, oder die Menschen-Insel,gedruckt Lond. >6zz. 4. worin alle Thciledes Menschen, geistige und körperliche,allegorisch dargestellt werden, und dieLeidenschaften und Begierden desselben mitseinen guten, von dem Verstände ange-führten, Eigenschaften kämpfen, und dieSchlacht verlieren, hat nicht Fülle undWärme der Darstellung. Von Zeit zuZeit sind, indessen, noch immer allegori-sche Gedichte erschienen. — Th. Parnell(fi i?>7) schrieb eine ^llcZor^ on öckan,welche zu den bcßten s. Gedichte gehört.Auch Vifions in Prosc sind in der Samml.s. Schriften, Lond. 177-. 8. so wie seinLeben in Johnsons lfives... B. -. S. 285.Ausg. von 178z. befindlich. — Sheffield,Herz. v. Buckingham (f 1720). In s. Wer-ken, Lond. 172z. 4. 2 B. >7;;. 8. 2 V.ist ein Vemple ofi clesrk»; deutsch, inden Belustigungen des Verstandes undHerzens, Verl. 1759.8. ES ist eine Nachah-mung eines französischen, mir nicht nä-her bekannten Gedichtes, und nimmt un-ter