Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

9v All

nunft zu zeigen. Der Dichter sieht, ineinem Traumgesicht, ein Schif, beladenmit hundert schönen, reich und schön,aber frcy bekleideten Damen, an einerblühenden Wiese landen, und bald dar-auf ein anderes, angefüllt mit männli-chen Gottheiten und mit Helden ebenda-selbst ankommen. Wie der Dichter, auSNeugierde, sich nähert, befiehlt die Lic-bcsgöttinn ihren Scharfschützen ihn inVerhalt zu nehmen; Schönheit, unterdem Beystandc zarter Jugend, Unschuld,Bescheidenheit, u. f. w. machen den er-sten Angriff: aber das gvldne Schild derVernunft schützt ihn. Auch Geduld,Standhastigkeil, Sanftblick, u. d. m.-und Würde, Ruf, Reichlhümcr, Adel,Ehre greifen ihn vergeblich an, bis Ver-stellung die Schönheit, begleitet von Ge-genwart, (oder Umgang, ?relence)Lieblichkeit (LberlllinA) und sanftem Ton<5air caling) zum zweytcn Angriff brin-gen. Die crstcre blendet die Vernunft-durch ein magisches Pulver; diese tau-melt nieder, und der Dichter wird vonlder Schönheit zum Gefangenen macht.Wald aber verschwindet sie mit ihrem gan-zen Gefolge, und Gefahr übcrgiebt ihnSem Kummer zum Gewahrsam. Nunstößt Eolus in sein Horn, die Seene ver-ändert sich; die Gottheiten schiffen sichein, eilen davon, und feuern, mitFreu-demschüffen, ihren Sieg. Auch hat ebendi'cser Dichter noch ein anderes Gedichtdieser Art, l'tie Oaunce, in komischemStyle, verfertigt, worin die sieben Todt-sünden tanzend eingeführt werden. Ge-druckt sind diese Gedichte, meines Wis-sens, sämmtlich in den Hnc. Scocritli?0SM5, Läinb. 1770. 8. und im War-ton fkstilt. ob kn^l. I'oer. B. 2. S. 257u. f.) finden sich Auszüge daraus. -»Gamm Douglas ff 1521), auch ein Schott-länt'cr. Unter s. Gedichten findet sich einkssice vbkstunour, L-unst. 155z. Lclinb.>57?. 4. worin das Bestreben berühm-ter Männer zu diesem, auf einem steilen,und unzugänglichen Felsen gelegenen Sitzder Ehre zu gelangen, geschildert wird. —Dan. Lyndesay, ebenfalls ein Schottlän-

A l l

der, ungefär aus diesem Zeitpunkte, schriebein Gedicht, ?ke Oi-eme, in welchemdem, unter dem Sausen der Winde, ander Sceküste cingcschlafenen Dichter, einausnehmend schönes Frauenzimmer er-scheint, welches sich Erinnerung (Ida.membrance) nennt, und ihn zuerst indie Hölle, dann ins Fegefeuer, welchebcydc im Mittelpunkt der Erde liegen,hierauf, durch Erde, Feuer und Wasser,und durch die Planeten, in den Himmel,und endlich auch in das Paradies führt.Auch der Staat von Schottland (Lom-nronvvealck) erscheint redend darin. Seinesckmmllichcn Werke sind Lond. >586. 4.Edinb. ,709. iz. gedruckt. — Th. Sack-ville, Gr. v. Dorsel (f>6o8). Seine Ein-leitung zu dem xsirrour ob bäüAiitrares,I.onä. 1559. 4. 1610. 4. ist ganz in derManier der Allegorie. Der Kummer(Sorrorv) führt den Dichter in das Reichder Schatten; in der Halle der Hölle fin-det er die Gewissensbisse, Schrecken, Rach-sucht, Geiz, Sorge, das hohe Alter,Krankheit, Hunger u. d. m. welche sämmt-lich sehr glücklich charactcrisirt sind. InWartoiLslstill.vbkngl.Uoer. B.;. S.221.sind Auszüge daraus, und das Leben desVerf. in Cibbcrs Laves ob rlie koecs. ... B. i. S. 55- befindlich. — Edm.Spenser ff 1598). Daß dic Oarstcllungsartder allegorischen Personen in dem vorher-gehenden Gedicht, das Muster der b'siry-Husen, gewesen, ergicbt der Augen-schein. Spenser hat seine Geschöpfe nichtmit mehrerer Kraft und Wahrheit, undVollkommenheit dargestellt, als Sackvilledie scinigen. Aber freylich ist sein Gedichtvon einem weit größer» Umfange. Aneinem zwölftägigen Feste, welches dieFeycnköniginn giebt, werden dieser, anjedem Tage, zwölf verschiedene Klagenvorgebracht; und, um diesen abzuhelfen,schickt jsi'e zwölf Ritter aus, deren jederdas Muster irgend einer Tugend, als Hei-ligkeit, Mäßigkeit, Gerechtigkeit, Keusch-heit, u. s. w. ist, und dessen Thaten im-mer ein besonderes Buch füllen. DerHaupthcld ist Prinz Arthur, welcher allenjenen Rittern, in ihren Unternehmungen,

bey-