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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
76
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Allegorien von dieser Art sind höchstnöthig, so oft als allgemeine, wich-tige Wahrheiten unvergeßlich solleneingeprägt werden. Dieses hat dieallegorischen Sprüchwörter veranlas-set, die alle in diese Gattung gehö-ren. Hicbey kömmt die Hauptsacheauf die Klarheit des Bildes an, unddaß es zu desto gewisserer Fassung derSache von gemeinen Dingen herge-nommen, und mit einigen sehr kur-zen aber meisterhaften Zügen gezeich-net sei), wie in diesem Beyspiele:.

Lscpins venriü zgirinir ingenz

Uinus, et cellse graviore calu

Oeeiäunr rurrcs; keriunrgue tum-moz

Uulmiria monres

Dergleichen Allegorien dienen abernur, bekannte Wahrheiten dem Ge-dächtnisse einzuprägen. Diese habendas sinnliche Kleid um so mehr nö-thig, da sie als gemeine und ohnedie geringste Anstrengung faßlicheVorstellungen, wie sich Noinkelmannsehr artig ausdrükt, wie ein SchiffimWasscr, nur augenbliklichcSpuh-ren hinterlassen; da hingegen oas,was uns einige Bestrebung des Gei-stes gekostet hat, sicherer im Gedächt-nisse bleibet.

Man kann einen noch hohcrnZwekder Allegorie haben, nämlich die Sa-che stärker und nachdrüklichcr zu sa-gen, zugleich aber ihr auch ein gros-seres Licht zu geben. Von dieser Artist die oben angeführte HallcrischeAllegorie vom Ranpenstand, unddiese von Uoung: Meine Freuden,o Pbilandcr! sind mir dir ver-sckrvunöcn; dein letzter Äthem lo-ste die Bexanverung auf, und dieemz-auberte Erde vcrlohr alle ihre-Herrlichkeit Je genauer man

0-i.I.. II. 10,

Nachtgcdankcn i. Nacht.

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das Bild untersucht, je mehr Le-ben und Kraft bekommt es, und jemehr Begriffe, die sich auf das Ge-genbild beziehen. Diese Art der Al-legorie hat die höchste Kraft; dennsie verbindet Sinnlichkeit, Nach-brich Kürze, Reichthum und Deut-lichkeit, und gehört deshalb zu denhöchsten poetischen Schönheiten.Sie hat bisweilen eine beynahe be-weisende Kraft. Denn Wahrhei-ten, deren man sich nicht sowoldurch einen deutlichen Beweis, alsein schnelles Ucberschauen vieler ein-zelnen Umstände versichern muß, diealso keines würklichcn Beweises fä-hig sind, können durch solche Alle-gorien die Art des Beweises bekom-men, dessen sie fähig sind. Fürdiese Gattung der Allegorie ist über-haupt die Anmerkung nicht zu ver-säumen, die über die besondere Kraftdes entfernten Aehnlichkciten ge-macht worden ist H, Denn schondieses allein giebt ihr eine große Leb-haftigkeit. Die bereits angeführteangenehme Allegorie von einem kum-mervollen Leben erhalt blos dadurchihre Schönheit, daß das Bild einesehr entfernte, und dennoch sehrrichtige Achnlichkeit mit demIGegen-bildc hat.

Etwas weniger wichtig ist die Al-legorie, die hauptsächlich dicMürzedes Ausdruks zum Endzwek hat.Von dieser Art ist folgendes:(lvmrzhes verreo niinium kecunöc»Ihirßicia vcla **).

Auch diese von Boviner-

--- Der Tod war in allen Gestaltenvorbanden,

Hieng in der Luft, und wühlt'in der Erb,und stürmte vom Meer her 5Wo man hin sah, da droht'allgegenwär-tig sein Antlitz

Endlich giebt es noch eine Gat-tung Allegorie, die man die Geheim-nisvolle

») S. Achnlichkeit.

Unr. »cl. I., II. 10.

Noachide Vill. Gesang.