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1 (1792) [A - D]
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,ie rvelt *) genennt. Die Allegorieist richtig; wer sie aber so brauchenwollte, dasi er die Aehnlichkeit überdie wesentlichen Theile dcrVcrglei-chung ausdehnte; wer dieser kleinenWelt ihre Planeten, Berge und Tha-ler, Einwohner, geben wollte, derwürde die Allegorie ins Lacherlicheausdehnen. So könnte man die für-treffliche Allegorie des placo, in wel-cher die Leidenschaften mit Pferden,die vor einen Wagen gespannt sind,die Vernunft aber mit dem Kutscher,verglichen werden, durch die wei-te Ausdehnung ganzlich verderben;denn weder dieTcichsel des Wagens,noch dessen Rader, noch andre indem Bild vorkommenden Theile ha-ben ihr Gcgenbild in der Seele. Esist demnach bei) jeder Allegorie wolin Acht zu nehmen, daß diese Neben-sachen, denen im Gegcnbild nichtsentspricht, entweder gar nicht ge-nennt, oder doch nicht mit Nachdrukangezeiget werden.

Ein eben so uugeschiktcr Fehler istes, wenn dieAllegorie nur halb aus-geführt wird. und sich mit dem ei-gentlichen Ausdruk endiget. Popesagt ganz fürtrefflich: Trinke mitvollen Zügen aus der Picrifcbcn<Lnelle, oder lasse sie ungekosiet.Hier berauschen maßige Züge, undnur ein starkes Trinken macht rvie-Ser nüchtern **). Wie lacherlich wärees, wenn man die Allegorie so endi-gen wollte: Hier berauschen maßi-ge Züge, aber ein starkes Trinkenvollendet die Gründlichkeit der Er-kenntnis i

Endlich muß das Bild rcin, undnicht ans mehrcrn Gegenständen zu-gleich zusammen gesetzt seyn. EineSache könnte durch mehr als ein

*) blicrocoimus.

Drink cbcp or mibe nor kke pierianlpi'inx!

ssbere sMIocv cirsuglns inwxicare rlrsbrsin

/mä ärinckinx larzely tober usaxain.

KM on Dririeikm. v. aiz.

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Bild dem anschauenden Erkenntnisvollkommen dargestellt werden; aberdie Vermischung zwei) solcher Bilderin eins macht verwirrt. Man mußnicht, wie Äuintilian *) sich aus-drillt, mit Sturm anfangen, undmit Feucrflammen aufhören. Die-ses ist von der Beschaffenheit der Al-legorie zu merken.

Die Würknng der Allegorie istüberhaupt eben die, welche jedesBild hat; daß sie abgezogene Vor-stellungen dem anschauenden Erkennt-nis sinnlich darstellt. Nur hat siediesen Vorchcil in einen; höherenGrad, als die andern Gattungen derBilder, weil ihr die Kürze, die ausWcglassung des Gcgcnbildes entsteht,eine größere Lebhaftigkeit gicbt, undweil aus eben dem Grunde die ganzeAufmerksamkeit erst blos auf die ge-naue Vorstellung des Bildes gerich-tet ist, das Gegenbild aber hernachdesto genauer und schneller in seinervollen Klarheit da steht. Wollteman diese schöne Allegorie.

--- Mir ward der Becher vollMermuth,

Kaum cm Rande mit Honig bestrichen,zu trinken gegeben ^);

in ein Gleichnis verwandeln, so wür-de sie viel von ihrer Lebhaftigkeit ver-liehrcn. Sie ist also die kraftigsteArt des Bildes. Daher denn auchdie Gleichnisse, die der Allegorie ainnächsten kommen, die lebhaftestensind »**).

Von dem Gebranch der Allegorieist überhaupt zu merken, daß manihn nicht übertreiben müsse. Sie ist,als eine Würze, sparsam zn brau-chen: ihr Ueberfluß würde den Ge-schmak für das Einfache ganz beneh-men; zu gcschweigen, daß die An-häufung der Bildcr den Geist ver-wirrt, und, anstatt einer großen

Klar-

«) lull. Or. VIII. 6; 50.

"*) Böhmers Jacob im IV. Gesang.

5^ ^ Gleichnis.