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big veränderten Krümmungen nöthigsind; da wird allemal mir der Rädelvollkommener gearbeitet, als mit demGrabstichel. Wenn also ein Gemahl-de, das sich durch eine freye und feu-rige Zeichnung, durch einen sehr na-türlichen Charakter, durch eine mehrgeistreiche, als verflossene, Haltungund Harmonie hervor thut, soll inKupfer gebracht worden, so ist dasAczcn dem Stechen allemal vorzuzie-hen. Aber die gestochenen Plattenhaben vor den geazten diesen Vor-theil , daß sie mehr gute Abdrüke ge-ben. Denn von einer gut gestoche-nen Platte muß man sechs- bis acht-hundert haben, da die geazten schonim vierten Hundert merklich abneh-men.
Ferner muß man auch wieder ge-stehen, daß durch bloßes Aezen vielGcmahlde, in Absicht auf die Hal-tung und Harmonie, niemals voll-kommen können dargestellt werden;denn zu geschweige», daß gewisseganz feine und leichte Dinge der Ge-fahr des Aezcns nicht können über-lassen werden, so kann man auch denstarken Theilen in den Vorgründendurch das bloße Aezen selten die no-thige Starke geben. Die Hülfe desGrabstichels ist dabei) unvermeidlich.Die vollkommensten Kupferstiche sindalso unstreitig diejenigen, worin« bcy-dc Arten, je nachdem es die verschie-denen Theile des Gcmahldes erfo-dern, verbunden werden.
Die Künstler, deren geazte Plat-ten am höchsten geschazt werben, sindunter den altern, Perer Test«, Gal-varor Rosa, die clarrache, Rcm-brand, NZatchäun NZcrian, Ste-phan della Dclla, ssalloc, -Hooghe,leClerc; unter den neuem, Lochinund die deutschen Künstler, Schmidt,der eben so fürtrcfflich in der Radir-nadel, als im Grabstichel ist; Meil,dessen eigene Manier eben so ange-nehm ist, als seine Erfindungen geist-reich sind; Gepser in Leipzig, der eine
sanfte und sehr gefallige Art zu radi-ren besitzt. Vorzüglich aber sind diegeazten kleinen Etüke von DanielLhodowicckp, wegen der schonenZeichnung und des höchst lebhaf-ten und richtigen Ausdmks, hoch-zuschätzen.
Vielleicht giebt es einen deutlicher«Begriff von Aczkunst, wenn mir solchefür die Kunst, vermittelst einer so ge-nannten Radiernadel, eine Zeichnungauf eine Kupfertafel einzugraben, erklä-ren. Denn so viel dabc» immer von demGebrauch, oder der Anwendung desAezwassers (welches, vorgeblich, tieferund reiner, als bloßes Scheidcwafser, cin-srcssen soll) abhängen mag: so würde die-ses für sich allein, doch nichts auf ei-ner Kupfcrplatte hervor bringen. Auchkönnte das Wort, Firniß ( welches un-streitig nach dem französischen Vcrnis ge-braucht worden ist) für Aezgrund, alswelches das eigentliche, allgemein ange-nommene, und geltende, deutsche Kunst-wort ist, leicht zu Mißverständnissen füh-ren ; wenigsten» bildet nur der so genann-te Mahlcr-Firniß eine solche Haut, wo-von H. S. spricht. — Was, in Anse-hung der bloßen Zubereitung der Plattenoch zu erinnern ist, wird, bcy dem Art.Gründen angezeigt werden. Hier be-merke ich nur noch, daß man das Schwe-dische und Ungarische Kupfer, so wie die,in England daraus zubereiteten Plattenfür die bessern hält, weil mau ihnen indiesem Lande dadurch, daß man sie zwi-schen zwei) Walzen durchzieht, eine durch-aus gleiche Stärke oder Dicke zu gebenweiß, und daß dergleichen von Eisen nichtmehr gebräuchlich sind. — Von deinAufzeichnen ist bc» dem Art. Abzeichnengehandelt worden; und d«s Radierenhat seinen eigenen Artikel. In Ansehungdes letztem glaube ich, indessen, hier schonbemerken zu müssen, daß mit ihm die Ar,bcit k>cs eigentlichen Artisten, wodurchseine Kunst zu schöner Kunst wird, an-geht. lim seiner Platte die künstlerische
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