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kenne, und, wenn die Striche nochnicht stark genug sind, daß man siedurch den Grabstichel hernach kräfti-ger mache: wie denn überhaupt derGrabstichel den geäzten Platten alle-mal sehr zu Hülfe kommen kann.Der Grabstichel dringt tiefer in dasKupfer als Aezwasser, seine Strichesind schärfer, und geben beym Ab-druk die Farbe schwärzer. Daherkönnen durch Vermischung der Hey-den Gattungen vorthcilhaftc Wür-tingen hervorgebracht werden. Ganzfeine Stellen, als leichte Wolken inder Landschaft, und was sonst sehrzart seyn muß, wird auch besser,nachdem dasAezcn geschehen ist, mitdem feinsten Grabstichel gemacht.
Das Aczrvaster kann gemeinesScheidewasser seyn, dessen Schärfedurch gemeines Wasser etwas gemil-dert worden. Da es aber auch ei-nige Firnisse angreift, so ist es etwasgefährlich. Das beste Wasser zumAezenwird aus abgezogenem Wein-eßig, Salmiak, gemeinem Salz undGrünspan gemacht. Der Eßig wirdin einen wohl glasurten, oder besserin einen porcellainen Topf gegossen,darein auch die andern Materien,nachdem man sie klein gestoßen, diebeydcn ersten jede zu sechs Thcilen,der Grünspan aber zu vieren, geschüt-tet werden. Diese Mischung wirdHey gutem Feuer ein paarmal aufge-kocht und wohl umgerührt; hernachabgeklärt und zum Gebrauch aufbe-halten. Eine einzige Probe ist hin-reichend, umzusehen, ob dieses Was-ser zu stark oder zu schwach ist. Imersten Fall gießt man mehr Eßig zu *).
Die Aezkunsi ist neuer, als dieKunst, mit dem Grabstichel in Ku-pfer zu stechen. Einige schreiben dieErfindung derselben dem AlbrechtDürer zu. Die Sache ist aber unge-wiß. Einer der ersten, die sich darumhervor gcthan haben, ist Simon
^ S. Oillion.clepeinrurepail Nr. I'/xd-de ?«rnerx. H.rr. Lau tvrre.
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KrislUK, ein Holländer. Epssührtcdie Nadel mit großer Fertigtest, undkam dem Feinen des Grabstichels sehrnahe. Abraham Doste hat in ei-nem besonderu Werke die Handgriffedieser Kunst beschrieben *). Eine um-ständliche Beschreibung derselben fin-det man auch in dem franzosischen
Oiökionaire euezrolopecliizuo.
Diese Erfindung ist beynahe nochwichtiger als die Kunst, mit demGrabstichel zu stechen. In der Zeit,da eine Tafel durch diese letztere Artfertig wird, kann man beynahe hun-dert geäztcTafeln verfertigen. Da-durch wird also die Ausbreitung derKunst sehr erleichtert. Und da jeder,der gut zeichnen kann, in kurzer ZeitdieAezkunstvollkommen lernt, so sinddie Mahler selbst im Stande, ihreWerke in Kupfer zu bringen, diedenn unstreitig mehr von dem ur-sprünglichen Geist und der Original-Vollkommenheit behalten, als wennsie von andern ängstlich nachgemachtwerden. Dtrgleichen von den Mah-lern selbst geäzte Stüke werden vonKennern allemal denen vorgezogen,die blos von Kupferstechern verfer-tigt sind. Hiezu kommt noch dieserwichtige Vortheil, daß die Radir-nadel allemal mir mehr Freyheit ge-führt wird, und eine größere Man-nigfaltigkeit der Charaktere des Zeich-nens ausdrüken kann, als der Grab-stichel. Die Zeichnung der Nadelkann der Natur des Gegenstandesbesser angemessen werden, als dieStiche des Grabstichels.
Gewisse Sachen, die der Grabsti-chel niemals mit ihrem gehörigenCharakter darzustellen weiß, beson-ders Landschaften, Viehstüke und al-les , wo viel Rauhes, Mattes undAbgebrochenes vorkömmt; wo fteyeoder unbestimmte Umrisse mit bestän-dig
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