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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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rührt zu werden. Also hat zwar derKünstler den Charakter und dasGenie der Personen, für welche erarbeitet, genau zu erwägen: diesesaber hindert nicht, daß er nicht auch,auf der andern Seite, die Beschaf-fenheit des Aesthetischen überhauptsich genau müsse bekannt machen.Das Aesthetische in einem Gegen-stand erwekt die Empfindung nichtallemal; aber der Mangel desselbenschließt allemal und ohne Ausnahmeden Gegenstand von den Werken derKünste aus. Bringt die Kenntnisdes Aesthetischen bcn Künstler nichtallemal zu seinem Zwck, so verwahrtsie ihn doch vor der Schuld die Er-reichung desselben selbst zu hindern.

Die Gegenstände, die geschikt sindEmpfindungen zu veranlassen, kön-nen in drei) Gattungen eingetheiltwerden. Sie stellen sich entwederdem Verstände dar, oder der Einbil-dungskraft, oder sie würken unmit-telbar auf die Bcgchrungskräfte derSeele. Aus so viel verschiedenen Gat-tungen besteht der ästhetische Stoff.Die nähere Betrachtung jeder Gat-tung ist an einem andern Orte.vor-genommen worden *).

Wir bemerken hier nur überhaupt,daß man oft sehr unrecht das Scho-ne für die einzige Gattung des ästhe-tischen Stoffs angiebt. Dahin zie-let das vermeinte Grundgesetz derschonen Künste ab: Man soll dieNatur ins Schone nachahmen. DasHäßliche hat einen eben so gegrün-deten Anspruch auf die Künste, alsdas Schone. Furcht, Abscheu undandre widrige Empfindungen zu er-wcken, gehört eben so gewiß zumEndzwck der Künste, als die Erwc-kung des Vergnügens. Jene widri-gen Empfindungen aber werden nichtdurch das Schone hervorgebracht.Es ist also nothwcndig, daß der Be-griff des Aesthetischen auf alle Ar-

*) S. Kraft.

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tcn der Empfindungen ausgedehntwerde.

Noch ist dem Künstler das Nach-denken über den Werth des ästheti-schen Stoffs zu empfehlen. Diesenbekommt er nicht aus der Stärke derdurch ihn vcranlaßtcn Empfindung,sondern aus dem Guten, das durchselbige bewürkt wird. Man kannEkel und Abscheu oder Vergnügenerwcken, die auf weiter nichts abzie-len, als daß überhaupt die Tätig-keit der Seele gereizt werde. Abereben diese Empfindungen könnendurch Gegenstände veranlasset wer-den, an denen der Ekel oder das Ver-gnügen höchst wichtig ist. Es die-net zu nichts, einen Menschen durchein plötzliches Gcschrcy, als ob eingroßes Unglük entstanden scy, zu cr-schreken; aber ihm Schreken über einebegangene Missethat zu erwcken, istetwas Wichtiges. Aus diesen Werthdes ästhetischen Stoffs muß derKünstler, der auf wahren Ruhm An-spruch macht, seine Aufmerksamkeitrichten, und ihn muß er in der gan-zen Natur und in allen Winkeln derPhilosophie und der Moral aufsu-chen.

Blos in der körperlichen und sitt-lichen Natur einige angenehme Blu-men zusammen zu tragen, das Ge-fällige, das Belustigende, das Er-getzende aus allen Quellen hervor zubringen, ist eine sehr geringe Veran-staltung zur Hcrbcyschaffung des äs-thetischen Stoffs. Eine Sammlungvon Schmetterlingen und schön ge-färbten Muscheln macht kein Cabinetaus, aus welchem der Rcichthumund die allmächtige Kraft der Naturkönnte bewiesen werden.

Aezen. Aezkunst.

AieRunst, vermittelst eines schar-fen Wassers die Zeichnung auf me-tallene Tafeln einzmgraben, vonwelchen sie hernach auf Papier ab-

gedrukt