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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
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Gebäude oder Bäume majestätisch, undprächtig. Gefilde lachend und fröhlich,Farben unschuldig, bescheiden, zärtlichnennen; und der Geschmack macht gleich-sam den llebergang vom Sinnenreiz zumhabituellen moralischen Interesse. Ei-gentlich lehren aber läßt das Schöne sichnicht, weil es keine Wissenschaft des Schö-nen geben kann; und das Urthcil des Ge-schmacks nicht durch Principicn bestimm-bar ist. Der Meister muß jenes vorma-chen; und die allgemeinen Regeln, un-ter welche er zuletzt sein Verfahren bringt,können che dienen, die HauptmomenteDesselben gelegentlich in Erinnerung zubringen, als sie vorzuschreiben. Frcplichaber kann nur scharfe Critik es verhüten,daß Beyspielc nicht so fort für Urbilder,und für Muster gehalten werden, welchekeiner noch höhcrn Norm und keiner eige-nen Beurtheilung unterworfen wären.Die Kunst muß immer ein Ideal vor Au-gen haben, ob sie es gleich nie in ihrerAusübung erreicht; und nur die Eulturder Gemüthskräftc durch diejenigen Bor-kenntnisse, welche man käumoniors nennt,(vermuthlich, weil Humanität einerseitsdas allgemeine Theilnchmungsgcfühl, ande-rerseits das Vermögen, sich innigst undallgemein mittheilcn zu können, bedeutet)ist die Propädeutik zu aller schönen Kunst.Nur ein Volk, nur ein Zeitalter, inwelchem der rege Trieb zur gesetzlichenGeselligkeit, mit den großen Schwierig-keiten rang, welche die schwere Aufgabe,Fcephcit mit einem Zwange (mehr derAchtung und Unterwerfung aus Pflicht,als Furcht) zu vereinigen, umgeben, nurein solches Zeitalter, nur ein solches Volkkonnte, die Kunst der wechselseitigen Mit-theilung der Ideen des ausgebildctcste»Theils mit dem rohcrn, konnte die Ab.fiimmung der Erweiterung und Verfeine-rung der erster» zur natürlichen Einfaltund Originalität der letzter», und ausdiese Art dasjenige Mittel zwischen derhöhcrn Eultur und der gnügsamcn Naturzuerst erfinden, welches den richtigen,nach keinen allgemeinen Regeln anzuge-benden Maßstab auch für den Ge-

schmack, als allgemeinen Menschcnsinn,

ausmacht.

Noch handeln von der Aesthetik, einAufsatz in dem Journal für Freunde derReligion und titteratur für das Jahr 1780.Augsb. 8. und so genannte: Acsthctl-sche Gespräche über die größestcn Dich-ter, Kunstvorurtheile, Maschincnwcrk,Reim und Sylbcnmaß, sind, Brest.>786.8. erschienen, worin nicht bloS derGebrauch der Mythologie, sondern auchder Reim und das Sylbenmaß verworfenwerden.

Auch gehört noch, in Ansehung derGeschichte der Aesthetik, G. Andr. Wille'sOrocio cie ^elkberica Vccer. r^lc. 1756. q.hiehcr.

Aesthetisch.

(Schöne Künste überhaupt.)

Aie Eigenschaft einer Sache, wo-durch sie ein Gegenstand des Gefühls,und also geschikt wird, in den Wer-ken der schonen Künste gebraucht zuwerden. Die Ausdrüke: ein ästhe-tischer Gedanke, ein ästhetischesZöilo u. d. gl. bezeichnen solche Ge-danken und Bilder, die bequem sind,in einem Werk des Gefchmaks Platzzu finden. DieAusdrüke: poetisch,mahlerisch, rednerisch und derglei-chen, bezeichnen so viel besondereArten des Acsihetischen.

Zum ästhetischen Stoff geHort al-les, was vermögend ist, eine, dieAufmerksamkeit der Seele an sich zie-hende , Empfindung hervor zu brin-gen *). Solche Empfindungen kön-nen aber nicht ohne die selbstthatigeMitwirksamkeit der Seele hervor ge-bracht werden Also werden siedurch den ästhetischen Stoff mehrveranlasset, als hervorgebracht. DerKünstler verliehet seine Arbeit, wenndie, für welche sie gemacht sind, dieFähigkeit nicht haben, davon ge-rührt

*) S. Kraft; Empfindung.") S. Gcfchinak.