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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
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Reden und Gedichten der altern Grie-chen und seiner Zeitverwandten, hat-te er dasjenige genau bemerkt, wasallemal gefallt, und daraus Regelngemacht. Er blieb bey der Empfin-dung stehen, ohne sich zu bemühen,den Grund derselben zu cntdeken,und ohne zu untersuchen, ob dieRedner oder Dichter alle Fächer derKunst erfüllt haben, oder nicht.

Die Kunstrichter, welche nach die-sem griechischen Weltweisen gekom-men, haben seinen Fußstapfen ge-folgt, neue Bemerkungen gemacht,die Anzahl der Regeln vermehrt,ohne neue Grundsatze zu entdeken.Unter den Neuern hat Dos, soviel ich weiß, zuerst versucht, dieTheorie der Künste auf einen allge-meinen Grundsatz zu bauen, und ausdemselben die Richtigkeit der Regelnzu zeigen *). Das Bedürfnis, dasjeder Mensch in gewissen Umstandenfühlt, seine Gcmüthskrafte zu be-schäftigen. und seinen Empfindun-gen eine gewisse Thätigkeit zu geben,ist das Fundament seiner Theorie.Er hat sich aber begnügt, einigeHauptregeln auf dieses Fundamentzu bauen, und ist im übrigen ebenso empirisch verfahren, wie seineVorganger. Doch ist sein Werk vollfürtrcfflichcr Anmerkungen und Re-geln.

Unser Dauinzarten in Frankfurthist der erste gewesen, der es gewagthat, die ganze Philosophie der schö-nen Künste, welcher er den NamenAesthetik gegeben hat, aus philoso-phischen Grundsätzen vorzutragen.Er setzt die Wolffische Lehre, vondem Ursprung der angenehmen Em-pfindung, den dieser Weltweise inder undeutlichen Erkenntnis der Voll--kommenheit zu finden geglaubt hat,zum Voraus. In dem theoretischenTheil, dem einzigen, den er ans

*) In dem bekennten schönen Werk:

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Licht gestellt hat, handelt dieserscharfsinnige Mann die ganze Lehrevom «-zclioueu oder sinnlich Vollkom-menen in allen seinen verschiedenenArten ab, und zeiget überall die den-selben entgegengesetzten Arten desHaßlichen. Es ist aber zu bcdanrcn,daß seine allzu eingeschränkt Kennt-nis der Künste ihm nicht erlaubt hat,die Theorie weiter, als auf die Be-redsamkeit und Dichtkunst auszu-dehnen. Er hat auch bey weitemnicht alle Gestalten des Schönen be-schrieben.

Man muß deßwegen die Aesthctikunter die noch wenig, ausgearbeite-ten philosophischen Wissenschaftenzahlen. Da das gegenwartige Werknach der Absicht des Verfassers denganzen Umfang dieser Wissenschaftenthalten sollte, wicwol es keine sy-stematische Gestalt hat, so gehörtdie Entwiklung des Plans der Aesihcttik hieher.

Zuförderst mußte die Absicht unddas Wesen der schönen Künste fest-gesetzt werden H. Nachdem gczeigetworden, daß die Lenkung des Gc-muths, durch Erregung angeneh-mer und unangenehmer Empfindun-gen, die Hauptabsicht der schönenKünste sey, so mußte der Ursprungaller angenehmen und unangenehmenEmpfindungen aus der Natur derSeele gezeiget, oder aus den Unter-suchungen der Weltwcisen angenom-men werden *'). Hiernachst mußtennun die verschiedenen Hauptgattun-gcn der angenehmen und unangeneh-men Gegenstände angezeiget, undihre Würkungen auf das Gcmüthbestimmt werden **'). Die besonderenArten des Angenehmen und Unange-nehmen, bis aus die klcinesten Um-stände, so viel deren, sowol durchdie Theorie, als durch die aufmerk-samste

S. Künste.

S. Empfindung.

5*") ,S. snsthcuschz Kraft.