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1 (1792) [A - D]
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samste Betrachtung der Werke desGcschmaks, zu entdeken, oder auchblos zu errathen gewesen sind, muß-ten in hundert besondern Artikelnsorgfaltig zergliedert werden. Allediese Artikel zusammen machen dentheoretischen Thcil der Philosophieder Künste aus.

In dem praktischen Theile dersel-ben mußten die verschiedenen Artender schonen Künste angczeiget, der^besondre Charakter und der Umfangeiner jeden festgesetzt werden *). Zu-gleich mußte die besondere Wendungdes Genies, die nähere Bestimmungsowol des angebohrnen, als desdurch Nachforschung und Unterrichtangenommenen Geschmaks, der zujeder besonders erfodert wird, be-schrieben, die vornehmsten Hülfs-mittel, zu einer glüklichen Fertigkeitin jeder Kunst zu gelangen, angezei-get werden *5).

Jede schone Kunst bringt Werkehervor, welche in ihrer innerlichenEinrichtung und durch ihre naher be-stimmte Endzweke sich von andernunterscheiden. Alle Arten derselbensind besonders beschrieben. So istin Ansehung der Dichtkunst die Na-tur des epischen, des lyrischen, deslehrenden Gedichts und anderer Ar-ten; in Ansehung der Mahlerey dashistorische, das allegorische, dasmoralische und andre Gemähldc, be-sonders beschrieben, und der Cha-rakter jeder Art aus sichern Grund-sätzen bestimmt worden.

Aus diesen Quellen sind denn end-lich die Regeln zur Ausführung derKunstwerke hergeleitet worden; so-wol die allgemeinen, zur Erfindung,Anordnung und einförmigen Bear-beitung des Ganzen, als die bcson-dern von der Wahl oder Empfin-dung, von der Richtigkeit, der Ue-

S. Künste; Dichtkunst; Beredsam-keit; Musik; Mahlerey u. s. f.»») <x. Genie; Einbildungskraft; Be-geisterung ; Eeschmak; Erfindung u. a,Erster Theil.

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bereinstimmung und der bestimm-ten Würkung eines jeden einzelnenZhciles.

Dieses ist der Inhalt der ganzenAesthetik, einer Wissenschaft, welchedem Künstler in der Erfindung, An-ordnung und Ausführung seinesWerks nützlich zu Hülfe kommen,den Liebhaber in seiner Bcurthcilungleiten, und zugleich fähiger machenkann, allen Nutzen, auf den dieWerke der Kunst abzielen, aus ihremGenuß zu ziehen. Ein Nutzen, derdie Absichten der Weltweishcit undder Sittenlehre vollendet.

Die Aesthetik gründet sich, so wiejede andre Theorie, auf wenige undeinfache Grundsatze. Man muß ausder Psychologie wissen, wie die Em-pfindungen entstehen, wie sie an-genehm oder unangenehm werden.Zwcy oder drey Satze, welche dieallgemeine Auflösung dieser Fragenangiebt, sind die Grundsätze der Aes-thetik. Aus diesen wird auf der ei-nen Seite die Natur der ästhetischenGegenstände bestimmt; auf der an-dern aber die Art oder das Gesetz,nach welchem sie sich dem Geiste vor-stellen müssen, oder die Lage des Ge-müthcs, um ihre Würkung zu em-pfinden. Dieses alles kann auf we-nige Sätze gebracht werden, welchehinlänglich wären, jeden guten Kopfbcy Verfertigung eines Werks derKunst zu leiten.

Es ist mit dieser Wissenschaft, wiemit der Vernunftlehre, deren Grund-sätze wenig und einfach sind. Aristo-teles, der diese wenige Grundsätzeauf alle mögliche besondere Fälle an-gewendet, und alle mögliche Abwei-chungen davon entwikelt hat, gabder Philosophie eine Vcrmmftlchre,die vollständig, aber wegen der gros-sen Mannigfaltigkeit der Fälle, wor-auf die Grundsätze angewendet wur-den , mit einer erstaunlichen MengeKunstwörter und besonderer Regelnangefüllt war. Der Schwärm der

D nach