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ahmungen m den Künsten zu bestim-men und den Künstlern ein Geheim-nis zu entdckcn. Je entfernter Sannachgeahmte BllS seiner Ngtnrnack? von Sem Urbild ift, je leb.haftcr rührt Sie Aehnlichlleit. Die-ses ist eine Anmerkung, deren sich dieKünstler, und vorzüglich Redner undDichter nnt dem größten Nutzen be-dienen können. Wenn sie Aehnlich-keiten darstellen können, die ganzaußer der Natur ihrer Bilder liegen,und ihr so gar zuwidcrsprechen schei-nen, so werden sie den höchsten Bey-fall erhalten. Der Mahler befleißesich nicht nur die Gestalt und dieFarben, das Licht und die Schattenseines Urbildes zu erreichen; man be-greift bald, wie diese körperliche Din-ge auch auf einer Flache zu erhaltenfind: er wende den äußersten Fleisauf die Darstellung solcher Sachenan, welche über die Würkung derFarbe zu gehen scheinen; er macheDinge sichtbar, die nicht für das Au-ge gemacht scheinen, die Warme undKalte, das Harte und Weiche, dasLeben und den Geist: dadurch wirder uns in Bewunderung setzen.
Dieses ist in allen Nachahmungendas höchste. In der Musik ist esnichts außerordentliches, daß mandie Hohe und Tiefe, die Geschwin-digkeit und Langsamkeit der Redenachahmet. Daß man aber den To-nen Eigenschaften geben kann, wel-che der tonende Korper, die Flöteoder die Sayte nicht haben kann,daß sie zärtlich seufzet, wollüstigschmachtet, oder vor Schmerzen stöh-net , dieses rührt uns bis zum Ent-züken. Eben so sehr gefaltet es uns,wenn es demTonsetzcr gelingt, durchbloße ungebildete Tone eine Art ver-nehmlicher Sprache hervorzubringen,daß wir glauben eine cmpfindnngs-volleRcde zu vernehmen. Daß manaber durch Töne das Rauschen derGewässer, oder das Rollen des Don-ners nachmachen kann, ist eine ganz
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gleichgültige Sache. Beydes ist eineWürkung der Tone, und also auchleicht dnrch Tone nachzuahmen.
In den Bildern der Sprache undin den Gleichnissen kommt ein großerThcil des Vergnügens von dem wei-ten Abstände des Bildes von seinemUrbilde her. Wer in der Natur ei-ner Pflanze richtige Achnlichkeitenmit moralischen Gegenstanden entde-ket, der hat etwas feineres bemerket,als der, welcher dasselbe in einemThier bemerket hat. - Das kleineBild bcym Virgil.
I'um vikka revocznr vires, /«Fz»sFe?
Implentur vetsris önccki . . . *)ist sehr reizend. Es cntdckt uns einegar unerwartete Achnlichkcit zwischeneinem festen und einem flüßigcn Kör-per. Die müden Glieder der Män-ner von Troja fliesten wie Wasserauf das Gras hin. DergleichenVeywortcr, welche sehr entfernteAchnlichkeiten entdekcn, geben derRede eine große Lebhaftigkeit, undeben dieses Leben bekommen die me-taphorischen Ausdrükc von dieser Art.Die Franzosen sagen: fonärs iarl'ennsmi, auf den Feind hinfließen,wie ein gewaltiger Strohm.
Ans eben diesem Grunde gefallendie Fabeln, worum die handelndenPersonen Thiere sind, besser, als dieMenschlichen; denn die Achnlichkcitzwischen Thieren und Menschen istentfernter, als zwischen Menschenund Menschen. Ein Gleichnis ge-fällt mehr als ein Beyspiel, und einGleichnis von sehr entfernten Gegen-ständen mehr, als eins von nahen.
Dieses aber ist nicht so zu verste-hen, daß die Achnlichkeiten selbstentfernt seyn müssen. Denn je ge-nauer diese in bcyden Gegenständenübereinstimmen, je größer ist dieWürkung. Alles weit hergeholteund gezwungene vermindert oder zer-nichtet
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