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Viel große Sänger und Spieler sindim Adagio niemals glüklich gewesen.Herr Guan; hat in dem igten Haupt-stük seiner Anleitung zum Flöten-spielen *) viel nüzlichc AnmerkungenUber den Vortrag dieser Gattung.
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Adagio, als Beywort betrachtet/ be-zeichnet, von den fünf Hauptgradcn derBewegung in der Musik, wenn man vondem geschwindesten zu zähle» anfangt, d'cnvorletzten; und lstßt nicht, wie das Presto,Allegro, Andante und Largo, Untrrabthei-lungen zu.
Aehnlichkeit.
(Schöne Künste überhaupt.)Aie Würkung sowol ganzer Werkeder schonen Künste, als cinzclerThcilederselben, kommt gar oft von derAchnlichkeit her. Von ihr kommtdas Vergnügen, das ein durch Kunstnachgeahmter Gegenstand erwckt;ihr hat inan oft die. große Würkungeiniger Vorstellungen der Beredsam-keit und Dichtkunst zuzuschreiben.Auf ihr beruhen die Annehmlichkeitund die Kraft der aesopischen Fabel,des Gleichnisses, der Bilder, der Al-legorie, der Metapher. Es gehörtalso zur Theorie der schonen Künste,daß dieser Gegenstand genau unter-sucht werde.
Daß die bloße Bemerkung derAehnlichkeit uns angenehm sey, er-kennen wir aus dem Vergnügen,welches solche Nachahmungen crwe-ken, deren Urbilder wir nicht gernesehen. Wir ergctzcn uns, sagt Pia-tarckus *'), au einer gewählten Ey-
Berlin 175:. 4. N. Aufl. Bresl. i7«o.
**) In der Abhandlung, wie man dieDichter lesen soll, welche ausserin den sämtlichen Werken des Plutarch,auch einzeln, unter andern von I.Tob. Krebs, Leipz. 1746. !j. und 177?. 8.«riech, und lak, herausgegeben wor-den ist.
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dechse, an einem Assen, oder gar wolan dem Gesicht eines Thsrsites, nichtder Schönheit, sondern der Aehn-lichkeit halber. Man betrachtet man-ches gewählte Bild mit großem Ver-gnügen, von dessen Urbild man dieAugen wegwenden würde, so baldman es erbliket. Wollte man dage-gen einwenden, daß das Vergnügenin den angeführten Fallen nicht vonder Bemerkung der Aehnlichkeit her-komme, da es auch bcy gut gemahl-ten Bildern statt hat, deren Urbil-der man nicht kennet, und also dieAehnlichkeit nicht bemerken kann; sowird eine nähere Ueberlegung derSache diesen Einwurf bald heben.Wenn wir gleich die Person, derenBild wir betrachten, nicht kennen:so cnrdckcn wir doch in diesem einenCharakter, ein Leben, eine Seele, einTemperament, dergleichen wir anlebenden Menschen bemerkt haben;mithin eine Achnlichkeit mit einemwürklichen Menschen, wiewol wirihn nicht kennen. Eine von oe-Hcemgewählte Frucht oder Blume, die maneinmal in der Natur gczciget, zeigetein vegetabilisches Leben, in völligerAehnlichkeit mit dem Leben andreruns bekannten Blumen. Es ist dieBemerkung dieser Aehnlichkeit, dieuns gefällt.
Es haben einige Kunstrichter ge-glaubt, daß das Vergnügen aus derBemerkung der Achnlichkeit von derBewunderung der Kunst herrühre.Allerdings macht die Betrachtungder Kunst an sich selbst auch Vergnü-gen *), aber in den bemeldten Fallenist noch ein Ergctzcn da, welches mitdiesen; nichts gemein hat. Wir fin-den ja einen Gefallen an Achnlichkei-ten, die von keiner Kunst herrühren;an einem Florentinischen Marmor,der eine Landschaft vorstellt, an einerBlume, welche große Aehnlichkeit mit
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*) S. Künstlich.