A c e
Ada sz
zwischen diesen Heyden Systemen über-haupt anbctrlft: so führen beyde zwar zuhcynabe ähnlichen Schlüssen, aber diesesgeschiehet auf ganz verschiedenen Wegen.In dem erssern wird der Diskant ausdemBasse, in dem letztem der Baß aus demDiskant gleichsam entwickelt, und ihr ge.scnseitiger Werth hängt also von der Frageab: ob der Gesaug der Begleitung, oderdie Begleitung des Gesanges wegen daftp? — llebrigcns gehören zu der Vol-lendung dieses Artikels vorzüglich, der —-Vi-oirö cies accoi-äs er cio Icur iuccellionx. tele. i'/Vdbe livuilicr, por. 1764. 8und Ebendesselben dlormooie prorigue,r>u llxemples pvur le Vroico eles s^c-coräs, ?- 1776. 4. (welche den eigent-lichen Theoristcn vielleicht ani ersten be-friedigen möchten) — k.c liäonuc! ha»moniczue, c>ci rsbleon clcz accoicks Kar-monigucz p. kelr. (lesn) Oudrcuil,?. >768- 3. (bloö zur praetischen Kcnnt-niß der Accorde beförderlich) — Vrairsche In kckuliizuc, concernanr les kon.i,lcs Karmonie5, les acror'ch cc ie chl-lcours mufiesl, p. dlr. che kcmeczrie-chcr, ?sr. 1776. 8- Die wahrenGrundsätze zum Gebrauch der Harmonie,darin deutlich gezeigt wird, wie alle mög-liche Accorde uns dem Drcyklang unddemwesentlichen Septimcnaccvrd und derendissonicenden Verhältnissen herzuleiten undzu erklären sind: ein Zusatz zu der Kunstdes reinen Satzes, von G. P. Kirnbcrgcr,Berlin 177z. 4. Und von den Accor-ben überhaupt handelt noch E, P. E. Bach,in dem etcn TH, seines „Versuches überdie wahre Art, das Clavicr zu spielen,"Berlin »76s. 8 , so wie G. Friede. Wolfim 2ten Th. seines „Unterrichtes im Cla-Licrspielen," Halle 1739. 8- 2 B. —Im oten B. von F. W. Marpurgs kriti-schen Bepträgcn zur Aufnahme der Musik,Verl. >755. 8. finden sich Tabellen überalle drey - und vierstimmige Accorde vonFr. W. Riebt; und in Noußeaus Wör-terbuch der Musik, bei) dem Art.Äccorddergleichen Tabellen von allen in der Mu-sik angenommenen Accordcn, obgleich nachdem System des Ramcau. —
Adagio.
(Musik.)
Dieses italienische Wort bedeutetetwas mittelmäßig langsames lindwird den Tonstükcn vorgesetzt, wel-che mit schmachtendem und zärtlichemAffekt sollen gespielt oder gesungenwerden. Ein solches Stük wird auchselbst ein Adagio genennt.
Das Adagio schiket sich zu einemlangsamen und bedächtlichen Aus-druk, für zärtlich traurige Leiden-schaften. Weil dabcy jeder Ton deut-lich und bedächtlich angegeben wird,so muß ein solches Stük nothwendigeinfacher und ungekünstelter seyn,als geschwindere Sachen. Alle Lei-denschaften, deren Sprache langsamund bedächtlich ist, sind rührend.Daher muß der Tonsetzcr in dem Ada-gio mehr für das Herz, als für dieEinbildungskraft arbeiten. Künst-lich ausgedachte Figuren schiken sichnicht dazu; denn je mehr das Her;gerührt ist, je weniger zeiget sich derWiz. In Ansehung der Harmonieerfodert diese Gattung den größtenFleis, weil die Fehlers leicht bemerktwerden. Man thut übrigens wol,wenn man dergleichen Stüke nichtgar lang macht: sie ermüden den Zu-hörer leicht. Hierin versehen es bis-weilen die größten Meister, da siedoch bedenken sollten, daß ein einzi-ger AngenbÄ Langerwcilc das Ver-gnügen eines ganzen Stüks zerstört.
Das Adagio erfodert eine beson-ders gute Ausführung: nicht nurdcßwcgen, weil bey der Langsamkeitjeder kleine Fehler gar leicht bemerktwird, sondern auch darum, weil eswegen Mangel des Reichthums mattwird, wenn nicht ein nachdrüklicherund kräftiger Äusdrnk es schmakhaftmacht. Der Spieler, welcher sichnicht in einen sanften zärtlichen Af-fekt setzen kann, der ihm den wahrenTon dieser Gattung von selbst an-giebt, wird darinn nicht glürlich styn.
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