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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
21
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A c c

durch bloße consonirendc Harmoniendurchzuführen wisse.

Nun nehmen alleTonlehrcr diesesals eine», durch Erfahrung hinläng-lich bestätigten Grundsatz an, daßein confonirender Accord nur drey-siimmig seyn könne. Darinn kommenalle überein, außer daß unlängst eingroßer Mathematiker zu behauptengesucht hat, daß sich auch ein confoni-render vierstimmiger Accord finde *):dieses aber kann gegenwärtige Unter-suchung nicht stohren.

Ferner werden wir sowol durchdasZeugniß desOhrs, als durch dieUntersuchung des Ursprungs der Har-monie versichert, daß unter allen mög-lichen dreysiimmigen Accorden, der-jenige, der aus der Terz, der Quintund Octave des Grundtones zusam-mengesetzt ist, die vollkommenste Har-monie habe *6). Dieser Accord wirddcßwegeu vorzüglich der harmoni-sche Drerklang genennt.

Nun hat Rameau zuerst deutlichgezeigct, daß alle übrige consonirendcdreysiimmige Accorde nichts anders,als eben diescrDreyklang seyn, dessenTerz, oder Quinte in den Baß ge-legt worden. Denn zu dem Drey-klang müssen der Octave des Grund-tones , noch zwei) andre Tone hinzu-gefügt werden, die man aus dieserReyhe, Secunde, Terz, Quarte,Quinte, Sexte und Septime erwähn-ter Octave, aussuchen muß. Ausdieser Reyhe werden sowol die Secun-den, als die Septime nothwcndigausgeschlossen, weil sie beyde init derOctave des Grundtones dissouirenf),also bleiben die Terz, Quarte, Quinteund Sexte übrig. Von diesen kön-nen nicht zwey an einander liegende,nämlich Terz und Quarte, Quarteund Quinrc, Quinte und Sexte ge-

5) Herr Euler in den ktemoires äe l'^»caU. Kay- cles Sciences er Le»es-I.er-rres ponr I '^rnnee 1764. S. 177. f. f,Man sehe den Art. Septime.

S. Harmonie,f) S. Dissonanz.

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nommen werden, weil immer diehöheren gegen die niedrigem Secun-den ausmachen, folglich dissoniren.Daher bleiben keine übrig, als z und5, z und 6, 4 und 6. Im ersten Fallhat man den vollkommenen Drey-klang, im andern und dritten seineVerwechslungen *). Demnach ist nurein einziger confonirender Grundac--cord, nämlich der harmonische Drcy-klang. Kennet man also dessen Ar-ten, die an einem andern Orte an-gezciget werden 2»), so hat man einevollständige Kenntniß aller consoni-renden Accorde. Und hicmit wäreder erste Theil der Untersuchung ge-endiget.

Mit Entdeckung aller brauchbarendissonircudcn Accorde hat es etwasmehr Schwierigkeit. Hier muß nunzuerst das bemerkt werden, was vondem Ursprung und dem Gebrauch derDissonanzen gesagt worden istDaraus erhellet, daß der Accord derSeptime der einzige nothwendige vier-stimmige oder dissonirende Grund-accord ist. Nimmt man nun alleVerwechslungen desselben, die in demArtikel über diesen Accord auseinan-der gesetzt worden sind f), so hatman ein vollständiges Verzeichnis al-ler wesentlichen dissvnirendcn Accorde.

Wenn man nun endlich die andreGattung der Dissonanzen betrachtet,die wir zufällige genennt haben ff):so darf man nur Stufenweise vonallen consomrenden und allen zumSeptimenaccord gehörigen dissoni-rcndcn Accorden einen, zwey odermehrere Tone vcrrüken; alsdenn be-kommt man, wie es scheinet, allenur mögliche brauchbare Accorde,nebst deren Verwechslungen.

Bz Um

ch S. Verwechslung.

S. Art. Dmstlang.

255) S. Dissonanz.

f) S. Septimcnaccvrb.

fH S. Dissonanz: Vorhalt; Verrä-kung.