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1 (1792) [A - D]
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12
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nen gehört, unterrichtet wird. Siewerden insgemein Mahleracademicngencnnet, obgleich nicht das eigent-liche Mahlen, sondern das Zeichnendarinnen fürnehmlich gelehrt wird.Diese Anstalten sind, so wie dieSchulen der Gelehrsamkeit und derWissenschaften, mit einer hinlängli-chen Anzahl Lehrer versehen, die denTitel der Professoren haben. Dieseunterrichten die Jugend in allen Thci-leu der Zeichnungskunst, vornehm-lich aber in dem wichtigsten Theilderselben, der Zeichnung der Figuren,oder der menschlichen Gestalt. Die-se ist der wesentliche Theil der Kunstdes Mahlers, des Bildhauers, desStein - und Stempelschnciders undauch des Kupferstechers! deßwegendienet die Acadcmic den Schülern al-ler dieser Künste.

Ohne Kenntnis der Knochen, undder vornehmsten Muskeln des mensch-lichen Korpers, kann die Zeichnungs-kunst desselben nicht vollkommen seyn,und ohne die Wissenschaft der Per-spective kssnnen weder historische Ge-mähldc noch Landschaften ganz rich-tig gezeichnet werden; deßwegen hatdie Academie auch einen Lehrer derAnatomie und einen für die Wissen-schaft der Perspective. Zu diesenkommt endlich auch noch ein Lehrerder Baukunst, weil gar oft ganzeGebäude, oder Thcile derselben, aufden Gcmahlden vorgestellt werden.

Dieses sind die nothwendigsten Leh-rer, welche nicht nur die Regeln derKunst vortragen, sondern die Ju-gend auch zur Ausübung derselbenanführen. Sollte eine solche Schuleganz vollkommen seyn, so müßtenauch noch für andere, weniger me-chanische Theile der Kunst, Lehrervorhanden seyn. Dergleichen wa-ren: ein Lehrer der Alterthümer, derdie Gebrauche, die Sitten, und al.l«5 was zum Ucbliclwn geHort, hin-länglich erklärte; ein Lehrer des Aus-drucks der Leidenschaften, dem auch

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zugleich der Unterricht über die An-ordnung eines Gcmahldes und überdas, was zuni Geschmak geHort,konnte aufgetragen werden. D'eseLehrer fehlen den Academicn insge-mein, und die Theile der Kunst, dieihnen hier zugeschrieben sind, wer-den auf den Academien nur beylau-fig gelehrt.

Die Academie muß hiernachst miteinem guten Vorrath von Sachenversehen seyn, die zu Erlernung derZcichnungskmist nothwcudig sind.Diese bestehen vornehmlich in folgen-den Dingen: Zeichnungsbücher, inwelchen zuerst die einzelc Thcile derFiguren, die Form und Proportionder Kopfe, der Nasen, Ohren, Au-gen, n. s. f. hernach ganze Haupt-theile, endlich ganze Figuren zumNachzeichnen, in hinlänglicher Aus-wechslung befindlich sind. DasNachzeichnen dieser Originale, istdas erste, worum die Jugend geübctwird. Auf diese Zcichnungsbüchersollten nun Zeichnungen von Figurenfolgen, welche nach den vornehmstenWerken dcrKunst gemacht sind; rich-tige Zeichnungen von Antiken; aus-erlesenen Figuren der größten Mei-ster, eines Raphael, Michelangelo,der Carrachc u. a. bey deren Nach-zeichnung die Jugend schon etwasvon den hohcrn Thcilen der Kunstlernt.

Das nächste, was auf diesen Vor-rath von Zeichnungen folget, ist einVorrath von Abgüssen der vornehm-sten Antiken, und auch von einigenneueren Werken der bildenden Künste,sowol in einzeln Theilen, als in gan-zen Figuren und Gruppen, in derenNachzeichnung die Jugend fleißig zuüben ist, weil dadurch nicht nur dasAugcnmaaß und der Geschmak anschonen Formen weiter, geübt wird,sondern auch zugleich die Kunst desLichts und Schattens, der mannig-faltigen Wendungen der Korper und

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